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Dermatologie 1. März 2006

Ätiologische Faktoren der perianalen Dermatitis: Prospektive Studie mit 126 Patienten

HINTERGRUND: Das Analekzem gehört zwar zu den häufigsten Krankheitsentitäten der Genitoanalregion, doch fehlen größere epidemiologische Studien zur Erforschung seiner Ätiologie. METHODEN: In der vorliegenden Arbeit präsentieren wir eine über 4 Jahre und an 126 Patienten durchgeführte prospektive monozentrische Studie, wobei als Einschlusskriterium die Verdachts- bzw. Zuweisungsdiagnose "Analekzem" und als Ausschlusskriterium das Vorliegen eines (peri-)analen Tumors gewertet wurden. Der diagnostische Algorithmus umfasste die exakte Anamneseerhebung, klinische Inspektion, Proktoskopie, Erhebung von mykologischen und bakteriologischen Befunden, Epikutantestung (ECT) sowie gegebenenfalls Biopsie. ERGEBNISSE: Die 126 ausgewerteten Patienten wiesen ein Alter von 7 bis 82 Jahren auf mit einem Anteil von 57,1% männlichen Personen. Die Patienten litten zwischen 6 Tagen und 120 Monaten an ihrer Erkrankung, mehr als die Hälfte (51,6%) hatten Symptome für mehr als 12 Monate. Bei 68 Patienten (54%) erbrachte die Diagnostik eine andere Diagnose als ein Analekzem (Intertrigo bzw. Candidiasis (42,9%), Atopische Dermatitis (6,3%), Pruritus ani (5,6%), Psoriasis (3,2%), Hautatrophie durch Steroidgebrauch (2,4%), Lichen sclerosus et atrophicus (n = 2), Herpes simplex und Condylomata acuminata (je n = 1)). Nur bei 58 Patienten wurde der klinische Verdacht auf ein Kontaktekzem begründet. Von diesen zeigte sich im ECT jedoch bei 25 (43,1%) keine Spättypsensibilisierung. SCHLUSSFOLGERUNG: Aus den Ergebnissen kann geschlossen werden, dass die meisten Patienten mit Diagnose "Analekzem" wohl unter einer Intertrigo bzw. Candidiasis leiden und nur in einer Minderzahl bei adäquater Epikutantestung, d.h. unter Einschluss der von den Patienten verwendeten Externa, eine relevante Kontaktsensibilisierung gefunden wird. Darüber hinaus sollte die lange Leidensdauer der Patienten zu einer optimierten Diagnostik motivieren.

Birger Kränke, Michaela Trummer, Eva Brabek, Peter Komericki, Theo Dieter Turek, Werner Aberer, Wiener klinische Wochenschrift

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