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Dr. Martin Zikeli, Oberarzt der Abteilung für Dermatologie, Landesklinikum Wiener Neustadt
 
Dermatologie 5. April 2016

Zikeli : „Omalizumab hat die Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria in den vergangenen zwei Jahren revolutioniert“

3 Fragen, 3 Antworten

Die Arbeitsgruppe Allergologie der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) empfiehlt in ihrem Therapieleitfaden bei Nicht-Erreichen einer Symptomfreiheit durch hoch dosierte Antihistaminika einen Behandlungsbeginn mit Omalizumab. Dr. Martin Zikeli weist darauf hin, dass noch zu wenig Kollegen dieser Empfehlung folgen.

Warum braucht es so lange, bis nach der Diagnose chronische spontane Urtikaria die richtige Therapie eingeleitet wird?

Zikeli: Einerseits besteht noch Unerfahrenheit bei der erforderlichen Dosissteigerung von Antihistaminika und der Verwendung von Omalizumab. Andererseits wird zu viel Zeit in wenig zielführende allergologische Abklärungen investiert.

Hat sich in den letzten zwei Jahren die Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria verändert?

Zikeli: Omalizumab hat die Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria in den letzten zwei Jahren revolutioniert. Patienten, die früher auf Antihistaminika unzureichend ansprachen, hatten oft eine Odyssee mit diversen Medikamenten durchgemacht, die entweder schlecht gewirkt und gut vertragen wurden, oder umgekehrt. Mit Omalizumab gibt es jetzt eine hervorragend verträgliche Therapie mit ausgezeichneter Wirksamkeit.

Welcher Medikationsfehler wird hier am häufigsten begangen?

Zikeli: Statt der Empfehlung des Therapieleitfadens zu folgen, wird meiner Meinung nach zu oft Kortison, auch als Depotpräparat, verwendet. Häufig werden Antihistaminika aufgrund des off-label-use zu zögerlich gesteigert. Bei unkontrollierter chronischer spontaner Urtikaria trotz vierfacher Antihistaminika-Dosis sollte Omalizumab das Mittel der ersten Wahl sein.

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