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Dermatologie 23. März 2016

18 Gene definieren die Haarpracht

Gene für graues Haar und „Monobraue“ identifiziert.

Buschige Brauen, schütteres Haar, graue Mähne: Eine Genanalyse an mehr als 6.000 Südamerikanern liefert Hinweise auf die Vererbung unseres Haarwuchses.

Eine Genanalyse an mehr als 6.000 Südamerikanern konnte aufklären, wie sich die Gene auf bestimmte Formen des Haarwuchses auswirken. So fanden die Forscher um Dr. Kaustubh Adhikari vom University College London 18 verschiedene Gene, die für Phänomene der Haarform und -dichte wie etwa eine zusammengewachsene Augenbraue, Glatzköpfigkeit und die Dichte des Bartwuchses mitverantwortlich sind. Ihnen gelang es auch erstmals, ein Gen mit dem Ergrauen von Haaren in Verbindung zu bringen.

Zentral für die Studie war der vielfältige genetische Hintergrund der 6.630 Teilnehmer aus Brasilien, Kolumbien, Chile, Mexiko und Peru. Sie hatten europäische, indigene und afrikanische Wurzeln. Die Genvariante für graues Haar fand sich nur bei Probanden europäischer Abstammung, demzufolge muss es noch weitere Gene geben, die die Haare im Alter ihrer natürlichen Farbe berauben.

Es ist bekannt, dass ein geringerer Melaningehalt schlussendlich für das Ergrauen verantwortlich ist und dass auch Umwelteinflüsse diesen verursachen können. Die Pigmente können beispielsweise auch durch Medikamente oder Erkrankungen angegriffen werden.

Das Graue-Haare-Gen heißt IRF4. Man wusste bereits, dass es die Melaninproduktion beeinflusst und mit der Haarfarbe in Verbindung steht. Doch die Bedeutung für graues Haar war bisher nicht bekannt. Die Ergebnisse der Studie sollen unter anderem für forensische und kosmetische Zwecke genutzt werden, beispielsweise um Phantombilder aus DNA-Spuren zu erzeugen oder graue Haare mit neuen Methoden zu verhindern.

Philipp Hummel, Ärzte Woche 12/2016

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