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Dermatologie 13. April 2015

Ein Hautkrebs kommt selten allein

Wer an hellem Hautkrebs erkrankt, schwebt in erhöhter Gefahr, in den Folgejahren erneut einen Hauttumor zu entwickeln. Die Risiken sind allerdings unterschiedlich verteilt.

Patienten, bei denen schon einmal ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom der Haut diagnostiziert und therapiert wurde, gelten als Risikokandidaten für künftige weitere Hauttumoren. Wie häufig und zu welchem Zeitpunkt diese Folgekarzinome auftreten, haben US-Forscher um den Dermatologen Dr. Mackenzie Wehner von der University of California in San Francisco untersucht. An ihrer Studie waren 1.284 immunkompetente Patienten beteiligt, bei denen zwischen Jänner 1999 und Dezember 2000 heller Hautkrebs festgestellt worden war und die anschließend im Mittel 5,7 Jahre nachbeobachtet wurden ( M. R.Wehner et al. JAMA Dermatol 2015; 151 ).

71,9 Prozent der Patienten wiesen ein Basalzellkarzinom, 23,1 Prozent einen Plattenepithelkrebs und 5,1 Prozent beide Tumorarten auf. Hauptlokalisation war der Kopf-Hals-Bereich (62,2%). Für 49,2 Prozent der Betroffenen war es nicht die erste Diagnose von hellem Hautkrebs.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit einer Erstdiagnose von hellem Hautkrebs ein weiteres Hautkarzinom entwickelten, lag nach einem Jahr bei 14,5 Prozent, nach drei Jahren bei 31,1 Prozent, nach fünf Jahren bei 40,7 Prozent und nach zehn Jahren bei 59,6 Prozent.

Für Patienten, die früher schon einmal an hellem Hautkrebs erkrankt waren, lagen diese Anteile deutlich höher: Nach einem Jahr hatten 43,9 Prozent erneut hellen Hautkrebs, nach drei Jahren 71,1 Prozent, nach fünf Jahren 82,0 Prozent und nach zehn Jahren 91,2 Prozent – unabhängig vom Tumortyp.

Prävention und Screening

Patienten mit einer Erstdiagnose, die nach zwei Jahren noch tumorfrei waren, hatten im Jahr darauf ein Risiko für einen weiteren hellen Hautkrebs von 10,4 Prozent und für die folgenden zwei Jahre von 18,0 Prozent. War nach vier Jahren noch kein Zweitkarzinom aufgetreten, betrug die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis im ersten Folgejahr 5,9 Prozent und für die zwei folgenden Jahre 10,8 Prozent.

„Patienten mit einer Erstdiagnose eines Basalzell- oder Plattenepithelkarzinoms profitieren womöglich am meisten von einer Präventionsberatung“, schreiben Wehner und Kollegen. Wer zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine Erkrankung an hellem Hautkrebs in der Anamnese stehen hat, dem sei vermutlich mit einem aggressiven und häufigeren Screening auf Folgetumoren am besten gedient.

springermedizin.de, Ärzte Woche 16/2015

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