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© Jodi Jacobson/iStock/Thinkstock
Typische Lokalisation der aktinischen Keratose: Die Kopfhaut bei gelichtetem Haarwuchs.
 
Dermatologie 12. September 2014

Feldkanzerisierung

Innovationen in der Therapie der aktinischen Keratose

Für die Behandlung der aktinischen Keratose steht eine breite Palette an Optionen zur Verfügung. Um die Auswahl zu erleichtern, nennt Prof. Dr. Günther Hofbauer, Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich, wichtige Kriterien für eine individualisierte Therapieentscheidung: Dazu zählt, wie stark die Wirksamkeit ist, welche Dauer der Therapie und welche Remissionszeiten der Patient bereit ist, in Kauf zu nehmen, wie anwendungsfreundlich die Behandlung sein soll und ob eine ausreichende Adhärenz beim Patienten zu erwarten ist.

Aktinische Keratosen bedeuten meist eine Feldkanzerisierung und sollten frühzeitig behandelt werden, sot Hofbauer. Studiendaten zeigen die präventive Wirkung einer Photodynamische Therapie (PDT) beispielsweise bei Organtransplantierten, die ein hohes Risiko für die Entwicklung aktinischer Keratosen tragen[1].

Neue Entwicklungen in der Photodynamischen Therapie

Zu den neuen Therapieoptionen zählt die PDT mit Tageslicht, berichtete Hofbauer. Erste Daten weisen darauf hin, dass aktinische Keratosen gut darauf ansprechen und die Schmerzhaftigkeit relativ gering ist [2]. Kontrollierte Studien seien hierzu jedoch wünschenswert.

Um die Hautpenetration des Photosensibilisators bei der PDT zu verbessern, wurde eine Nanoemulsion mit 5-Aminolävulinsäure (ALA) entwickelt. In der Zulassungsstudie zeigte sich, dass es nach einer ein- bis zweimaligen Anwendung bei 78 Prozent zu einer kompletten Abheilung kam, im Vergleich zu 17 Prozent unter Placebo und zu 64 Prozent unter Methyl-5-Aminolävulinat (MAL) [3].

Durch eine kürzere Behandlungsdauer im Vergleich zu anderen topischen Medikamenten zeichnet sich Ingenolmebutat aus. Die lokale Entzündungsreaktion, die meist stark ausgeprägt ist, tritt bereits nach drei bis vier Tagen ein und heilt nach etwa zwei Wochen ab, berichtet Hofbauer. Wie Langzeituntersuchungen zeigen, waren rund 87 Prozent der Patienten nach erfolgreicher Therapie einer Feldkanzerisierung noch ein Jahr nach der Behandlung frei von Läsionen [4].

Literatur

[1] Wulf HC et al.: Acta Derm Venereol. 2006; 86 (1): 25-28.

[2] Wiegell SR et al.: Br J Dermatol. 2011;164 (5): 1083-1090

[3] Dirschka T et al.: Br J Dermatol. 2012; 166 (1): 137-146

[4] Lebwohl M et al.: JAMA Dermatol. 2013;149 (6): 666-670.

springermedizin.de, Apotheker Plus 7/2014

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