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© Tetiana Zbrodko / thinkstock.com
 
Dermatologie 21. März 2014

Die Haut schützen

Chemotherapie kann auch die Haut schädigen

Die Haut stellt eine der wesentlichen Barrieren der Körpers gegenüber seiner Umwelt dar. Schäden der Haut und damit ihrer wichtigen Schutzfunktion treten nicht nur unter Strahlentherapie sondern auch unter Chemotherapie häufig auf und sind äußerst belastend. Eine sorgfältige - vorbeugende - Hautpflege kann die Beeinträchtigung des Hautgewebes durch die Chemotherapie reduzieren.

Zur Therapie von Krebserkrankungen stehen heute hoch wirksame Medikamente zur Verfügung. Doch die Behandlung hat häufig auch eine Schattenseite. Bei allen medikamentösen Tumortherapien können Nebenwirkungen auftreten. Lange Jahre standen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen im Fokus der Onkologen. „Andere Nebenwirkungen haben wir weitgehend vernachlässigt, wie beispielsweise eine trockene, juckende und irritierte Haut“, sagt Prof. Dr. Diana Lüftner von der Charité. Heute setzt sich die Erkenntnis durch, dass auch Hautveränderungen in Folge einer Krebstherapie die Lebensqualität der Patienten sehr deutlich beeinträchtigen und damit die weitere Therapie gefährden können.

Chemotherapie und Hautbarriere

Für eine gesunde Haut spielt eine intakte Hautbarriere eine entscheidende Rolle. Sie schützt vor eindringenden Krankheitserregern, Schadstoffen und Allergenen, aber auch davor, dass zu viel Feuchtigkeit aus dem Körperinneren verloren geht. Doch gerade die Barrierefunktion ist gefährdet, wenn sich Krebspatienten einer Chemotherapie unterziehen. Wichtigster Bestandteil der äußeren Barriere der Haut ist die Hornschicht (Stratum corneum). Sie besteht aus Hornzellen, die durch hauteigene Lipide (vor allem Ceramide) miteinander verkittet sind. Da die verhornten Zellen an der Hautoberfläche ständig durch Schuppung abgetragen werden, sorgen Keratinozyten durch Zellteilung fortwährend für ihren Ersatz. Zugleich synthetisieren die Keratinozyten Ceramide, um diese während des Verhornungsprozesses abzugeben. Alle Chemotherapeutika, die bevorzugt schnell wachsende Zellen schädigen, wirken daher nicht nur zytotoxisch auf Tumorzellen, sie beeinflussen auch die Keratinozyten und die Barrierewirkung der Haut. Eine trockene, juckende und leicht irritable Haut kann somit bei jeder Zytostatikatherapie auftreten. Aber auch neue Tumortherapeutika können zum Teil schwere Hautschäden verursachen.

Stärkung der Barrierefunktion

Durch die vorbeugende Anwendung eines entsprechend hoch qualitativen Kosmetikprodukts lassen sich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Hauttrockenheit und Juckreiz abmildern. „Mit der Hautpflege zur Stärkung (Konditionierung) der Hautbarriere haben wir am ersten Tag der Chemotherapie begonnen“, berichtet Prof. Dr. Johannes Wohlrab, Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie, Halle. Empfehlenswert sei es jedoch, bereits 14 Tage vor einer Krebstherapie mit der prophylaktischen Hautpflege anzufangen.

Springer-gup

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