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Dermatologie 30. Jänner 2014

Hautprobleme nach Besuch im Waxing-Room

Irritationen entwickeln sich stärker an den proximalen als an den distalen Extremitäten.

Was am Kopf in seiner Fülle bewundert wird, ist an anderen Stellen oft nicht mal als Hauch erwünscht. Eine beliebte Methode, um dem Körperhaar großflächig zu Leibe zu rücken, ist das Waxing. Doch die Behandlung mit warmem Wachs hinterlässt nicht immer makellose Haut, sondern auch juckende Papeln.

Meist stören Haare zwar nur in einzelnen Körperbereichen, doch es gibt immer mehr Menschen, die, abgesehen vom Schopf, kein einziges Haar an sich dulden. Zunehmend gehören in diese Gruppe auch Männer. Insbesondere für aufwendige Prozeduren eignet sich die Epilation mit Wachs, bei der zunächst das Wachs aufgetragen und dann mittels anklebendem Papier und einem beherzten Ruck samt der Haare entfernt wird. Immerhin ist das Ergebnis dieser Methode zwei bis sechs Wochen vorzeigbar. Doch die Behandlung geht häufig nicht ganz ohne Nachwehen über die Bühne. Nicht selten entwickeln die Epilierten anschließend follikuläre Papeln und ähnliche Hauterscheinungen.

Neena Khanna und Kollegen schlossen in eine Studie 28 Frauen ein, die die dermatologische Abteilung des All India Institute of Medical Sciences in New Delhi wegen Hautproblemen aufsuchten, die sich nach einer Wachsepilation gebildet hatten. Stanzbiopsien aus dem Bereich der Läsionen sollten auf pathologische Veränderungen hin untersucht werden. Alle Patientinnen hatten sich die Unterarme epilieren lassen, 25 die gesamten Arme, 18 die Beine und zehn die Oberschenkel.

Leiden für die Schönheit

Bei allen Patientinnen waren innerhalb von 8 bis 28 Tagen nach dem Waxing im Kosmetikstudio follikuläre hautfarbene bis erythematöse Papeln entstanden, bei jeder Zweiten auch nicht follikuläre. Erytheme hatten sich bei drei Viertel der Frauen ausgebildet, jeweils eine von zehn hatte Pusteln, Knötchen oder Ödeme. 39 Prozent der Frauen klagten über Juckreiz, weitere 39 Prozent über Schmerzhaftigkeit. Zwei Patientinnen mit erythematösen Knötchen und Ödemen in den Achselhöhlen nahmen sogar Analgetika ein. Zudem waren die epilierten Bereiche nicht selten hyperpigmentiert.

Histologische Befunde

Bei den klinischen Untersuchungen fiel auf, dass sich die Follikulitis eher an den proximalen als an den distalen Regionen der Extremitäten zeigte, obwohl Letztere häufiger behandelt wurden. Auch waren die Papeln proximal zahlreicher und die Irritationen stärker. Während 100 Prozent der Frauen, deren Arme epiliert wurden, 1–2 mm große Papeln ausbildeten, wiesen an den Unterarmen nur 54 Prozent Reaktionen auf. Ein ähnliches Bild zeigte sich an den Beinen. Die Haut am Unterschenkel zeigte sich nur bei 28 Prozent irritiert, Haarentfernung an den Oberschenkeln dagegen hatte bei allen Frauen zu Rötungen und Papelbildung geführt.

Histopathologisch zeigte sich bei 14 Prozent eine akute, bei 57 Prozent eine chronische, bei 25 Prozent eine granulomatöse und bei 7 Prozent eine gemischte Entzündungsreaktion. In einem Fall wurde eine Fibrose diagnostiziert. Jede dritte Stanzbiopsie erschien als Pseudofollikulitis und wurde durch einen Fremdkörper hervorgerufen. Fast immer war dann ein Haarschaft, in einem Fall Keratin, der Verursacher.

Originalpublikation: Khanna, N. et al. Post waxing folliculitis: a clinicopathological evaluation. International Journal of Dermatology 2013; online 18. Okt. 2013; doi: 10.1111/ijd.12056

springermedizin.de/KK, Ärzte Woche 5/2014

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