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Dermatologie 15. Februar 2013

STD-Guidelines

Kommuniziert über die Homepage der ÖGSTD

Leitlinien sind systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Empfehlungen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen medizinischen Problemen. Wissen aus unterschiedlichen Quellen wird zusammengetragen und gewertet, unterschiedliche Standpunkte und besondere situative Erfordernisse berücksichtigt. Aufgrund eines Konsensus mehrerer Experten werden Leitlinien gemäß dem aktuellen Stand der Wissenschaft erstellt. Sie bedürfen regelmäßiger Überprüfung auf ihre Aktualität. Vorrangiges Ziel von Leitlinien ist die Verbesserung der Qualität medizinischer Versorgung. Sie sollen wissenschaftliche Evidenz und Praxiserfahrung zu speziellen Versorgungsproblemen darlegen und das derzeitige Vorgehen der Wahl definieren.

Definitionsgemäß stellen Leitlinien lediglich Entscheidungshilfen dar, sie entbinden nicht von der Überprüfung ihrer  individuellen Anwendbarkeit im Einzelfall. Leitlinien sind rechtlich nicht bindend, wodurch sie sich von Richtlinien  unterscheiden. Die Anwendbarkeit einer bestimmten Empfehlung in der individuellen Situation ist unter Berücksichtigung der vorliegenden Gegebenheiten  (z.B. Begleiterkrankungen des Patienten,  verfügbare Ressourcen, etc.) zu prüfen.  In begründeten Fällen kann und muss  von ihnen abgewichen werden. Nach wie  vor sollte sich ärztliches Handeln primär  am Patienten orientieren.  

Aktualisierung und Anpassung  an lokale Gegebenheiten

Überregionale Institutionen wie CDC  oder WHO publizieren mehr oder weniger  regelmäßig überarbeitete Guidelines zur Therapie der sexuell übertragbaren Erkrankungen, welche weltweit als Grundlage für nationale Leitlinien herangezogen werden. Regionale Unterschiede bezüglich Prävalenz verschiedener Infektionen, diagnostischer Ressourcen, Resistenzmuster der Erreger und therapeutischer Möglichkeiten dürfen dabei  nicht außer Acht gelassen werden.  Die Österreichische Gesellschaft für STD und dermatologische Mikrobiologie  (ÖGSTD) erstellt und überarbeitet seit  nunmehr 20 Jahren regelmäßig die Leitlinien zur Therapie der klassischen Geschlechtskrankheiten und Sexually Transmitted Infections (STD). Diese Leitlinien  wurden in Anlehnung an die internationalen Empfehlungen der WHO, der CDC  sowie der europäischen Therapieempfehlungen der International Union against  Sexually Transmitted Infections (IUSTI - Europe) erarbeitet und sind den diagnos - tischen und therapeutischen Gegebenheiten in Österreich angepasst. Wesentliches  Augenmerk wird darauf gelegt, Antibiotika und Chemotherapeutika anzuführen,  deren Wirksamkeit ausreichend erprobt  wurde und die in Österreich erhältlich  sind.  

Homepage der österreichischen  Gesellschaft

Die Etablierung der ÖGSTD-Homepage www.oegstd.at stellt einen wichtigen  Fortschritt für die Aktualität der Leitlinien dar. Einzelne Kapitel können unabhängig von anderen bearbeitet und dem  User online zur Verfügung gestellt werden,  aufwändige Bearbeitungen zur Drucklegung entfallen. Dynamische Anpassungen der empfohlenen Therapie aufgrund  von geändertem Resistenzmuster von Erregern oder neuen Behandlungsoptionen  werden so auf raschem Weg kommuniziert. Durch die Webpräsenz ergibt sich  eine noch größere Verbreitung der Leitlinien sowie ein lebhafterer fachlicher  Austausch. In Zeiten sich rasch ändern - der epidemiologischer Situationen eine  Conditio sine qua non.  

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