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Dermatologie 9. Dezember 2013

Tinea atypica

Bericht über neun Fälle.

Fungale Infektionen der Haut sind häufig, in der Regel einfach zu diagnostizieren und zu behandeln. Als Tinea atypica oder auch Tinea incognito bezeichnet man solche Infektionen, bei denen eine Mimikry anderer Dermatosen auftritt oder bei denen durch eine ungeeignete Behandlung das klinische Bild verfälscht wird.

Wir berichten über neun Fälle einer Tinea atypica, die anfänglich andere Dermatosen imitierten oder als vermeintlich andere Erkrankungen behandelt wurden.

Zwei Patienten wurden als Pyodermie (fazial bzw. pubisch) eingeordnet. Erreger waren Trichophyton mentagrophytes var. mentagrophytes bzw. Microsporum canis. Ein Patient wurde als Herpes zoster ophthalmicus angesehen (Trichophyton rubrum-Infektion).

Sechs weitere Patienten wurden initial fehldiagnostiziert als: (1) Plaqueformation an der Haut als impetiginisiertes Ekzem (Trichophyton verrucosum). (2) Eine seltene Varianet der Infektion der Haut durch T. rubrum imitierte eine Hautinfektion mit Tuberculum multigentium. (3) Eine rosacea-artige Dermatose durch Fusarium. (4) Ein Patient mit typischen Zeichen des fazialen seborrhoischen Ekzems mit T. Rubrum-Isolaten. (5) Ein anderer Patient mit einer ausgedehnten Follikulitis durch Trichophyton metagrophytes. (6)

Bei einem immunsupprimierten Patienten mit bekanntem bullösem Pemphigoid traten pemphigoid-artige Effloreszenzen durch eine Mischinfektion mit Malassezia pachydermatis und T. rubrum auf.

Die Diagnose basierte in allen vorgestellten Fällen auf direkter Mikroskopie KOH-präparierter Schuppen/Haare und der Kultur auf Sabouraud-Agar.
Nach korrekter Diagnosestellung einer Tinea wurde die Behandlung mit topischen und systemischen Antimykotika eingeleitet. Dies führte in allen Fällen zur kompletten Remission.


Das klinische Bild der Tinea atypica kann eine Vielzahl anderer Dermatosen nachahmen. Dies führt oftmals zur Fehldiagnose und als Konsequenz dessen zu ernsten Problemen in der Kontrolle der klinischen Symptome und ihrer Behandlung.

Assoc. Prof. Liliya Georgieva Zisova, Assoc. Prof. Hristo Petrov Dobrev, Assoc. Prof. Georgi Tchernev, Kristina Semkova, Anastasia Atanasova Aliman, Kristina Ivanova Chorleva, Antonina Teneva Chapanova, Nina Ivanova Vutova, Prof. Uwe Wollina, Wiener Medizinische Wochenschrift 23/24/2013

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