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© Medizinische Universität Wien
Die Ex-vivo-Perfusion verbessert die Qualität von Spenderlungen.
 
Transplantationen 9. März 2015

Der „zweite Atem“ aus Wien

Die Universitätsklinik für Chirurgie feiert 25 Jahre Lungentransplantation.

Im November 1989 wurde an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien die erste Lungentransplantation vorgenommen. Heute gilt die Abteilung neben Hannover, Toronto und Cleveland als eines der vier weltweit führenden Zentren für Lungentransplantation. Jährlich bekommen 120 Patienten ihren „zweiten Atem“ aus Wien.

Was das Wiener Programm so einzigartig macht: An der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien/AKH Wien werden auch alle Spenderlungen aus der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Griechenland, Zypern, Rumänien und Estland transplantiert, da diese Länder selbst über kein Transplantationszentrum verfügen. „Da wir mehr Lungen bekommen, als wir benötigen, ist das eine Win-Win-Win-Situation für alle: für Patienten in Österreich, für die Betroffenen in den Ländern und für den Eurotransplant-Raum. Die ganze Welt beneidet uns darum“, sagt Walter Klepetko, von Anfang an Leiter des Lungentransplantationsprogramms der MedUni Wien und des AKH Wien.

Großer Pool an Spendern

Rund zwei Drittel der in Wien transplantierten Lungen stammen aus den acht kooperierenden Ländern mit insgesamt 63 Millionen Einwohnern. Durch die große Menge an Spenderlungen ist es den Forschern an der MedUni Wien auch möglich, exzellente Studien abzuwickeln und neue Operationstechniken zu entwickeln oder anzuwenden. Das wiederum untermauert die Top-Position, die sich das Zentrum in Wien weltweit erworben hat.

Vor rund vier Jahren wurde zum Beispiel erstmals eine Ex-vivo-Lungenperfusion an der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie angewandt. Österreich zählte damit zu den ersten Ländern, in denen dieses Konzept erfolgreich eingesetzt wurde. Mit dem Ex-vivo-Lungenperfusionssystem kann die Lunge genau beurteilt und „repariert“ werden. Lungen, die früher nicht für eine Transplantation verwendet worden wären, werden an ein Beatmungsgerät angeschlossen, gespült und zeigen an diesem System eine beeindruckende Verbesserung der Organfunktion, sodass sie in einem optimalen Zustand transplantiert werden können.

Mit dieser und anderen aktuellen Entwicklungen auch bei den Operationstechniken und den besseren Möglichkeiten, mit der Abstoßung umgehen zu können, haben sich auch die Indikationen, bei denen mit einer Fremdlunge geholfen werden kann, in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet. COPD und Emphysem sind mit rund 35 Prozent die größte Gruppe. Rund 20 Prozent der Betroffenen leiden an einer Lungenfibrose und je 15 Prozent an Cystischer Fibrose oder Lungenhochdruck. Besonders die Anwendung bei Cystischer Fibrose war eine der wichtigsten Entwicklungen. Sie bedeutet vor allem für jüngere Menschen eine wirksame Therapie im fortgeschrittenen Stadium dieser Erkrankung.

MedUni Wien, Ärzte Woche 11/2015

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