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Chirurgie 14. Dezember 2015

Glatze gnadenlos

Die rätselhafte Alopecia areata. Die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung ist noch immer nicht restlos aufgeklärt. Angenommene Ursache ist eine Autoimmunerkrankung.

Jeder gesunde Mensch verliert am Tag zwischen 70-100 Haare. Vom krankhaften Haarausfall, dem sogenannten „Effluvium“, sprechen Ärzte erst dann, wenn regelmäßig jeden Tag mehr als 100 Haare ausfallen. Jeder 2. Mann und fast jede 5. Frau in Österreich leidet daran. Sind schon kahle Stellen zu sehen, bezeichnet man dies als Alopezie oder Glatze.

Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls, teils bedingt durch Krankheiten, teils als Begleiterscheinungen von Schwangerschaft, Wechsel eines hormonellen Verhütungsmittels oder im Zuge der sogenannten Wechseljahre, teils genetisch und hormonell bedingt wie bei der männlichen Glatze.

Die Alopecia areata ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung und kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei das 2. und 3. Lebensjahrzehnt bevorzugt bevorzugt sind, wobei auch im 5. Lebensjahrzehnt (Wechseljahre) ein weiterer Gipfel zu beobachten ist. Die Ursachen sind auch heute noch unbekannt. Man nimmt eine Autoimmunreaktion an. Hierbei richten Immunzellen (Lymphozyten), die sich eigentlich um die körpereigne Abwehr von Krankheitserregern kümmern sollen, ihre Aktivität gegen die Zellen in den Haarwurzeln. Die Haarwurzelzellen werden vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und abgestoßen. Dies geschieht, indem zunächst eine Entzündungsreaktion entsteht, die das Haarwachstum stört und schließlich zum Ausfallen des Haares führt. Häufig entstehen plötzlich runde, kahle Herde im Haarkleid.

K. Herrmann, U. Trinkkeller, Ärzte Woche 51/52/2015

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