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Chirurgie 1. Jänner 2011

Evaluierung der Beckenbodenfunktion und der Lebensqualität bei Patienten mit Anastomosendehiszenz nach Rektumresektion

EINLEITUNG: Derzeit besteht ein Mangel an Studien, die den Einfluss einer Anastomosendehiszenz nach Rektumkarzinomresektion auf die Beckenbodenfunktion und Lebensqualität untersucht haben. METHODIK: Zwischen 1995 und 2006 wurde an einem Institut bei 500 Patienten mit einem Rektumkarzinom eine Rektumresektion durchgeführt. Sechsunddreißig Patienten (7.2%) entwickelten eine Anastomosendehiszenz nach der Operation. Davon verstarben 15 Patienten (41.6%) in der Nachbeobachtungszeit. Ein standardisierter Fragebogen, welcher den International Index of Erectile Function, Female Sexual Function Index, Short Form-12 Health Survey, International Prostatic Symptom Score, International Consultation on Incontinence Questionnaire-Short Form, Vaizey Incontinence Score und Wexner Constipation Score inkludierte, wurde an alle 21 lebenden Patienten geschickt. Patienten mit einer Rektumkarzinomresektion ohne postoperativer Dehiszenz dienten als Kontrollen für jeden Fall und wurden gematcht nach Geschlecht, Alter (±5), Art der Resektion und neoadjuvanten Therapie (Ja/Nein). ERGEBNIS: Sechzehn Patienten (76.2%) waren verfügbar und wurden in die Analyse einbezogen. Stuhlinkontinenz, Verstopfung und sexuelle Funktion zeigten keinen Unterschied zwischen Patienten und Kontrollgruppe (p = 0,1973, 0,1189, 0,8519). Allerdings war die Harnkontinenz signifikant beeinträchtigt bei jenen Patienten mit Anastomosendehiszenz (p = 0,0430). Die Lebensqualität zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (p = 1,0000 und 0,1973). ZUSAMMENFASSUNG: Eine Anastomosendehiszenz nach Rektumkarzinomresektion führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Harnkontinenz. Stuhlinkontinenz, sexuelle Funktion, Verstopfung und Lebensqualität sind vergleichbar zwischen Patienten mit und ohne Anastomosendehiszenz.

Stefan Riss, Stefan Stremitzer, Katharina Riss, Martina Mittlböck, Michael Bergmann, Anton Stift, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2011

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