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Chirurgie 1. April 2010

Kein Einfluss der Mondphase auf die Nachblutungsinzidenz nach Schilddrüsenoperationen: Eine Analyse von 26.852 Operationen

GRUNDLAGEN: Nichtwissenschaftliche Quellen behaupten, dass Operationen, die bei zunehmendem und vor allem bei vollem Mond durchgeführt werden, ein höheres Risiko für postoperative Komplikationen tragen. Ziel war es, in unserem großem Krankengut zu evaluieren, ob der Mondzyklus die Inzidenz an Nachblutungen nach Schilddrüsenoperationen beeinflusste.

METHODIK: In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden alle 424 Patienten mit Revisionsoperation wegen Nachblutung nach Schilddrüsenoperation im Zeitraum von 1979 bis 2005, für die Datum und Zeitpunkt der Erstoperation genau vorlagen, inkludiert. Die Mondphase zum Zeitpunkt des Hautschnittes der Erstoperation wurde mittels eines Internet-basierten Programms berechnet.

ERGEBNISSE: Nachblutungen waren etwas seltener bei abnehmendem Mond (54,7 % bei zunehmendem Mond, 45,3 % bei abnehmendem Mond; p = 0,052). Trägt man jedoch die Inzidenz der Nachblutungen gegenüber den einzelnen Mondtagen auf, wird eine zufällige Fluktuation ersichtlich: Das lineare Regressionsmodell zeigt keinerlei signifikante Korrelationen (r2 = 0,0046).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Patienten müssen sich im Rahmen der Terminisierung elektiver Operationen keine Sorgen um die Mondphase machen.

R. Promberger, J. Ott, B. Mikola, M. Freissmuth, M. Hermann, European Surgery 2/2010

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