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Chirurgie 1. August 2009

Die Kultivierung von Keratinozyten und Preadipozyten auf einer Kollagen-Elastin Matrix (Matriderm®): Erste Ergebnisse einer In vitro Studie

GRUNDLAGEN: Der Anstieg der Überlebenswahrscheinlichkeit nach ausgedehnten Verbrennungen führte zu einem erhöhten Anspruch an das funktionelle und ästhetische Ergebnis. Nicht nur Patienten mit tiefen Verbrennungen, sondern auch Patienten mit kongenitalen Fehlbildungen bzw. Hautweichteildefekten nach Trauma oder Tumorresektion könnten von einem optimierten Verfahren zum Haut- und Gewebeersatz profitieren. Hierbei wäre die Rekonstruktion von Epidermis, Dermis und subkutanem Fettgewebe erstrebenswert. Im Rahmen der dargestellten Studie wurde untersucht, in wie weit sich Keratinozyten und Präadipozyten zur späteren Transplantation auf der Kollagen-Elastin-Matrix Matriderm® anzüchten lassen.

METHODIK: Hierzu wurden einerseits Keratinozyten aus humaner Spalthaut gewonnen und auf die Kollagen-Elastin Matrix (Matriderm®) aufgebracht, andererseits wurden Präadipozyten auf der Matrix angezüchtet. Die Präadipozyten wurden aus humanem subkutanem Fettgewebe isoliert und direkt auf die Matrix appliziert. Nach 21 Tagen wurden die Präparate zur histologischen Aufarbeitung fixiert und anschließend mittels Standard-HE-Färbung, Immunfluoreszenz-Färbungen (anti-Pref-1-Antikörper) und immunhistochemischen Färbungen (Kollagen IV) analysiert.

ERGEBNISSE: Es zeigte sich eine gute Adhärenz der Keratinozyten auf der Matrix mit einer epithelartigen Schichtung der Zellen auf der Matrixoberfläche. Die Präadipozyten zeigten neben einer guten Adhärenz außerdem eine Penetration in die Tiefe der Matrix.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die untersuchte Kollagen-Elastin-Matrix (Matriderm®) eignet sich als Grundgerüst zur Anzüchtung von Keratinozyten und Präadipozyten. Die Matrix könnte somit nicht nur als Dermisersatz fungieren, sondern auch eine kombinierte Rekonstruktion eines dreischichtigen Gewebeersatzes ermöglichen (Epidermis, Dermis, Subcutis).

M. Keck, D. Haluza, S. Burjak, B. Eisenbock, L.-P. Kamolz, M. Frey, European Surgery 4/2009

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