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Augenheilkunde 1. Dezember 2010

Inner segment/outer segment junction als prognostischer Faktor in der Makulachirurgie

PROBLEMSTELLUNG: Ziel der Studie war es zu klären, ob mittels hochauflösender optischer Kohärenztomografie (OCT) eine zusätzliche Aussage betreffend anatomischer und funktioneller Prognose bei verschiedenen Makulapathologien getroffen werden kann.

METHODE: In dieser retrospektiven Studie wurden alle makulachirurgischen Eingriffe, die im KH Hietzing von Juli 2008 bis Juli 2009 durchgeführt wurden, hinsichtlich postoperativem Visusanstieg und Verlauf im OCT analysiert. Visus und zentrale Netzhautdicke im OCT präoperativ und 1 Monat postoperativ, sowie der Visus bei der Kontrolle nach durchschnittlich 3 Monaten wurden verglichen. 45 Augen wurden entsprechend ihrer Pathologie unterteilt in: 19 Augen (42,2%) mit epiretinaler Fibrose (ERF), 8 (17,8%) mit vitreomakulärer Traktion (VMT), 10 (22,2%) mit durchgreifendem Makulaloch (ML) und 8 (17,8%) mit lamellärem Makulaloch oder Pseudohole.

ERGEBNISSE: Bei den insgesamt 45 PatientInnen kam es 1 Monat postoperativ zu einem signifikanten Visusanstieg von 0.27 ± 0,17 Snellen auf 0,42 ± 0.24 Snellen (p < 0,001) und zu einer signifikanten Abnahme der zentralen Netzhautdicke im OCT von 385,4 ± 94,6 µm auf 353,4 ± 66,5 µm (p = 0,015). Bei PatientInnen mit ERF, die bei der letzten Kontrolle eine durchgehende IS/OS-Junction im OCT aufwiesen, hatten sowohl präals auch postoperativ einen besseren Visus (0,41 ± 0,20 vs. 0,27 ± 0,11, p = 0,084 und 0,58 ± 0,22 vs. 0,38 ± 0,15, p = 0,053). Auch PatientInnen mit VMT wiesen einen tendenziell höheren Visusgewinn auf (0,52 ± 0,22 vs. 0,36 ± 0,18, p = 0,310) sowie PatientInnen mit lamellären ML und Pseudoholes (0,45 ± 0,07 vs. 0,66 ± 0,24, p = 0,137). PatientInnen mit durchgreifendem Makulaloch mit Lochschluss nach dem Ersteingriff (55,6%) hatten präoperativ einen kleineren Lochdurchmesser (537,7 ± 246,7 µm vs 984,3 ± 239,3 µm; p = 0,062).

SCHLUSSFOLGERUNG: Mit Hilfe des hochauflösenden OCTs lässt sich der postoperative Verlauf nach Makulachirurgie objektiver und genauer kontrollieren, wodurch eine verlässlichere Aussage bezüglich der Visusprognose im Zusammenhang mit durchgehender IS/OS-Junction möglich wird.

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