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Augenheilkunde 1. Dezember 2008

Ist die tagesklinische Katarakt-Chirurgie eine attraktive Alternative aus Sicht der PatientInnen? Eine Fragebogen-Studie

Die Katarakt-Chirurgie ist der häufigste elektive Eingriff bei älteren PatientInnen. In vielen europäischen Ländern sowie in den USA findet die Katarakt-Operation üblicherweise als tagesklinischer Eingriff statt, im Gegensatz zu Österreich mit derzeit knapp 2%. Bisher gibt es kaum prospektive Studien zu den Bedürfnissen und der Akzeptanz der PatientInnen bezüglich eines tagesklinischen Verfahrens. Ziel dieser Studie war es, die Nachfrage und Eignung der PatientInnen für eine tagesklinische Katarakt-Operation anhand einer präoperativen ophthalmologischen Untersuchung und eines Fragebogens betreffend die familiäre und soziale Unterstützung an 500 konsekutiven Katarakt-PatientInnen zu erheben. 154 (41,8%) der PatientInnen entschieden sich für einen tagesklinischen, 256 (58,2%) für einen stationären Aufenthalt. PatientInnen, die stationär behandelt werden wollten waren älter (76,4 ± 8,1 vs. 72,73 ± 9,5 Jahre, p < 0,001) und hatten ein schlechteres Sehvermögen (0,55 ± 0,20 vs. 0,66 ± 0,23, p < 0.001). Sie waren häufiger weiblich (63,9% vs. 47,0%, p = 0,001), lebten öfter mehr als eine Stunde vom Spital entfernt (26,5% vs. 12,5%, p < 0,001) und hatten seltener eine häusliche Versorgung (43,0% vs. 6,5%, p < 0,001). PatientInnen, die einen tagesklinischen Eingriff bevorzugten, hatten häufiger die Möglichkeit zu einer Kontrolluntersuchung 24 Stunden postoperativ (96,7% vs. 59,6%, p < 0,001). Die meisten PatientInnen zeigten eine Präferenz für einen stationären Aufenthalt. Dies kann aber auch auf einer Reflexion ihrer bisherigen Erfahrungen beruhen und der Gewohnheit der älteren Bevölkerung entsprechen. Information, Aufklärung und Hilfe bei der Organisation einer postoperativen Betreuung könnte die Attraktivität einer tagesklinischen Katarakt-Operation in Österreich erhöhen. Weiters könnten unsere Ergebnisse zur prinzipiellen Verbesserung der tagesklinischen Versorgung beitragen.

Birgit Weingessel, Sibylla Richter-Mueksch, Andreas Weingessel, Hans Gnad, Pia Veronika Vécsei-Marlovits, Wiener klinische Wochenschrift

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