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Augenheilkunde 1. Dezember 2009

Störende physiologische Diplopie als neuroophthalmologisches Krankheitsbild

Ständige Wahrnehmung "physiologischer" Diplopie bei unauffälligem Augen- und Binokularbefund ist pathologisch und weist auf einen Defekt zerebraler Hemmungsmechanismen hin. Bei einer Patientin verstärkte sich die Symptomatik von Doppeltsehen, Nachbildern und "unruhigem Sehen" ständig während einer Beobachtungszeit von 25 Jahren. Mittels Infrarot-Reflexions-Okulographie wurden erstmals bei diesem Krankheitbild Fixationsstörungen registriert und die subjektive Verschlechterung objektiviert. In der Literatur als Neurose eingestuft, erwies sich die Erkrankung im MRT als zerebrale Atrophie mit multiplen vasculären Läsionen beider Hemisphären. Differentialdiagnose gegenüber anderen Diplopien: Das Fixationsobjekt wird binokular einfach gesehen, Gegenstände davor oder dahinter zweifach, Die Doppelbilder treten nur im zentralen Gesichtsfeldbereich bis 10° Exzentrizität und meist in Distanzen zwischen 0,3 und 10 m auf. Sie stören mehr bei Fixation des entfernteren Objekts und vice versa.

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