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Augenheilkunde 1. Dezember 2009

Langzeitverlauf bei Patienten nach Makulachirurgie mit und ohne Indocyanin grün-Färbung der Membrana limitans interna

ZIELSETZUNG: Der intraoperative Indocyanin grün (ICG)-Gebrauch zur Anfärbung der Membrana limitans interna (ILM) beim Membranpeeling wird bislang kontrovers diskutiert. Ziel dieser retrospektiven Langzeit-Studie war es, einen Unterschied im postoperativen Visusverlauf bei ILM peeling mit oder ohne ICG zu untersuchen.

PATIENTEN UND METHODEN: 301 Augen von 294 konsekutiven Patienten mit einem postoperativen Beobachtungszeitraum von mindestens 6 Monaten wurden in der Langzeitstudie erfasst. 135 Augen wurden aufgrund eines Makulaforamens vitrektomiert, 166 bei epiretinalen Gliose. Innerhalb der Makulaforamen Gruppe wurde bei 117 Augen die ILM mit ICG angefärbt, in der epiretinalen Gliose-Gruppe jeweils 111 Augen. Hauptzielparameter war der bestkorrigierte Fernvisus, als Nebenzielkriterium galt der anatomische Befund mittels indirekter Ophthalmoskopie.

ERGEBNISSE: Die postoperative Visusentwicklung wurde standardisiert nach 6 Monaten, sowie bei der letzten Kontrolle nach 1,74 Jahren (Median) getestet. Innerhalb der Makulaforamen-Gruppe mit ICG stieg der mediane Visus von präoperativ 0,13 (logMar 0,9) auf 0,25 (logMar 0,6) postoperativ an. Bei Patienten ohne ICG stagnierte der Median des Visus bei 0,2 (logMar 0,7). In der Gruppe mit epiretinaler Gliose und ICG stieg der Visus im Median von 0,3 (logMar 0,52) auf 0.4 (logMar 0,4) postoperativ an; in der Gruppe der epiretinalen Gliosen ohne ICG stagnierte der Visus bei 0,4 (logMar 0,4). Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied hinsichtlich der Visusentwicklung in Abhängigkeit vom ICG-Gebrauch (p = 0,27).

SCHLUSSFOLGERUNG: Die vorliegende Studie zeigt beim ICG unterstützten ILM peeling einen Trend zu besseren postoperativen Langzeit Visusresultaten. Dies könnte bedeuten, dass bei richtiger Handhabung die potentielle ICG Toxizität gegenüber gleicher oder besserer Sehschärfe vernachlässigbar ist.

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