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Augenheilkunde 1. September 2008

Compliance – ein wichtiger Faktor zum Therapieerfolg

Als Compliance wird in der Medizin die Bereitschaft eines Patienten verstanden, an den vom Arzt vorgeschlagenen Maßnahmen aktiv mitzuarbeiten. Compliance ist allerdings nicht ausschließlich ein Problem unserer heutigen Zeit, denn schon Hippokrates hatte angeblich Zweifel an der Ehrlichkeit von Patienten. Je nach Studie wird die Rate an Non-Compliance (sowohl in der Ophthalmologie als auch bei anderen Erkrankungen) mit ca. 25–50% angegeben. Glaukompatienten, die nicht compliant waren, zeigten in einer Publikation einerseits deutlich erhöhte Druckwerte, sie mussten andererseits aber auch eine höhere Anzahl an Tropfen applizieren. In einer anderen Arbeit wird gezeigt, dass 50% der Patienten innerhalb der ersten 6 Monate ihre drucksenkende Therapie wieder beenden, wobei "Glaukomkranke" eine bessere Compliance haben als "Glaukomsuspekte". Außerdem wird nachgewiesen, dass Prostaglandine regelmäßiger und dauerhafter appliziert werden. Eine sehr wichtige Erkenntnis ist die Tatsache, dass ab einer Tropfenapplikationsdosis > 2 gtt tgl die Compliance deutlich sinkt bzw. auch das Hinzufügen eines zusätzlichen Präparates die Compliance des Patienten verschlechtert. Als Ursachen für schlechte Compliance sind einerseits sicher der asymptomatische chronische Verlauf der Glaukomerkrankung, andererseits das Auftreten von Nebenwirkungen bzw. Schwierigkeiten bei der Applikation anzusehen. Verbessern lässt sich die Compliance v. a. durch genaue Aufklärung am Beginn der Therapie und dann weiter im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen (Überprüfung des Tropfschemas, der Tropfenapplikation, …).

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