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Augenheilkunde 1. November 2009

Übersicht über die Entwicklung des künstlichen Sehens an der Universitäts-Augenklinik Graz

Retinopathia pigmentosa (RP) ist eine retinale Erkrankung, die durch den Untergang der Photorezeptoren und Ganglienzellen zur Erblindung führen kann. Es wurde nachgewiesen, dass trotz des signifikanten Verlustes der Ganglienzellen genügend vitale Ganglienzellen vorhanden sind. Diese Beobachtung löste die Entwicklung der Netzhautimplantate aus, die das Sehvermögen der an RP erblindeten Patienten/-innen verbessern sollen.

Durch die Stimulation der hoch-differenzierten Ganglienzellen ist anzunehmen, dass bei den Patienten zunächst ungewohnte Lichtreize ausgelöst werden, die erst im Rahmen eines Lernprozesses zu einem sinnvollen Bild zusammengefügt werden. An der Universitäts-Augenklinik wurde eine spezielle Implantationsmethode für epiretinale Implantate in einem Tierversuch erprobt.

Bei der Entwicklung der Methode wurde auf die Möglichkeit einer Explantation Wert gelegt. Damit kann auf Wunsch des Patienten das Implantat atraumatisch entfernt oder gegen ein neues Implantat mit neuer Technologie ausgetauscht werden. Die in der Augenheilkunde gebräuchlichen Tests sind nicht geeignet, um einen Fortschritt nach der Implantation einer epiretinalen Prothese zu evaluieren. In Anlehnung an die Grating Acuity Messung im Low Vision-Bereich wurde der Modifizierte Grating Test zur Überprüfung der Sehschärfe erprobt.

Um das Orientierungsvermögen (Aufgabenbewältigung bzw. funktionelles Sehen) der Patienten im Low Vision-Bereich zu erfassen, wurde ein Labyrinth mit Hindernissen, der Grazer Mobilitätstest, entwickelt und getestet. In dieser Übersichtsarbeit wird die Entwicklungsarbeit, die auf diesem Gebiet an der Universitäts-Augenklinik geleistet wurde, dargestellt.

D. Ivastinovic, M. Brandner, T. Georgi, G. Langmann, A. Wedrich, M. Velikay-Parel, Spektrum der Augenheilkunde 5/2009

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