zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 1. März 2007

Der learning by doing-Ansatz zur Verbesserung der diagnostischen Kenntnisse von Allgemeinärzten fü

EINLEITUNG: Zur Verbesserung der Diagnoserate für psychische Störungen bei Patient/inn/en in der Allgemeinpraxis wurden zwei Wege vorgeschlagen: (1) Die Verwendung von Screening-Instrumenten und (2) eine eingehende psychiatrische Schulung von Allgemeinärzt/inn/en. Das von uns entwickelte Programm geht einen Mittelweg und verbindet eine zeit-ökonomische didaktische Intervention mit dem praktischen Einsatz eines didaktisch-diagnostischen Instruments. Die vorliegende Pilotstudie untersucht die Akzeptanz des Programms und evaluiert den Wissenszuwachs im Hinblick auf 12 psychiatrische (Depressions-, Angst- und Alkoholbezogene) ICD-10 Diagnosen. METHODIK: Die didaktische Intervention bestand aus zwei im Abstand von vier Wochen abgehaltenen, 3-stündigen interaktiven Fortbildungsveranstaltungen. Die teilnehmenden Allgemeinärzt/inn/en waren angehalten, das didaktisch-diagnostische Instrument, ein kurzes Interview namens TRIPS (Training für Interaktives Psychiatrisches Screening – eine gekürzte und adaptierte Fassung von PRIME-MD) zwischen den Sitzungen in ihrer klinischen Praxis einzusetzen. Fünf Wochen nach der zweiten Unterrichtseinheit wurde in einer dritten Sitzung festgestellt, ob der Lernerfolg erhalten geblieben war. Für die Erfassung des Wissenszuwachses wurde ein 15-Item-Fragebogen verwendet. Die Akzeptanz von TRIPS wurde mit einem eigenen Fragebogen erfasst. ERGEBNISSE: 26 der 31 Teilnehmer waren bei allen drei Sitzungen anwesend und wurden in die Auswertung einbezogen. Der Mittelwert richtig beantworteter Fragen wuchs von 5,5 bei der Ersterhebung auf 9,8 bei der zweiten Sitzung (p < 0,05), und auf 11,3 bei der Follow-up-Sitzung. Die Akzeptanz von TRIPS und die Einschätzung als praxisgerecht waren sehr hoch. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das Format der Fortbildungsveranstaltung und der "learning by doing"-Ansatz waren bezüglich der didaktischen Endpunkte erfolgreich. Die Teilnehmer/innen bewerteten TRIPS als geeignet für den Einsatz in der Allgemeinmedizin.

Wolfgang Spiegel, Hans Tönies, Michael Scherer, Heinz Katschnig, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben