zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 1. Oktober 2007

Pilzvergiftungen: Toxidrome, Diagnose und Therapie

Pilzvergiftungen sind in der Regel nicht organschädigend, wenn Krankheitssymptome nach der Mahlzeit rasch, innerhalb von 6 Stunden auftreten. Mit einem isolierten Brechdurchfall ist bei der Mehrzahl dieser Intoxikationen zu rechnen und die Gabe von Medizinalkohle ist zur Verminderung der intestinalen Gift-resorption gerechtfertigt. Ein akutes Abdomen kann jedoch auch mit einer cholinergen Reaktion, einem epileptiformen Syndrom oder einer Immunhämolyse kombiniert sein. Die Therapie ist supportiv und konzentriert sich primär auf den Ersatz der gastrointestinalen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste. Neurotoxische Syndrome inkludieren Rauschzustände, Halluzinationen und Alkoholunverträglichkeitsreaktionen. Die Behandlung ist symptomatisch und sollte ausnahmslos stationär erfolgen, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Dann ist die Prognose gut. Treten Beschwerden nach einer längeren Latenzzeit als 6 Stunden auf, besteht Lebensgefahr infolge Leberund Nierenversagens. Nach Brechdurchfällen weist eine Gelbsucht auf Knollenblätterpilzvergiftung hin, während bei fehlendem Ikterus Nierenschmerzen, blutiger Urin, Harnflut oder Harnverhalten eine Intoxikation mit Haarschleierlingen wahrscheinlich machen. In beiden Fällen ist eine intensivmedizinische Behandlung unabdingbar.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben