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Allgemeinmedizin 5. Juli 2016

Rolle der Apotheke

Erweiterte Aufgaben und Einbindung in die Primärversorgung

Der Weg der Apotheken geht eindeutig in Richtung Gesundheitsdienstleistungen. Das ist eines der Ergebnisse einer vom Österreichischen Apothekerverband veranstalteten gesundheitspolitischen Diskussion über Prävention und Krankenbetreuung in den österreichischen Apotheken.

„Apotheken sind nicht nur der niederschwelligste Zugang zum Gesundheitssystem. Mit ihrer Fachkompetenz und ihren langen Öffnungszeiten sind sie auch ideal, um strukturiert in der Prävention und in der Betreuung chronisch Kranker tätig zu werden“, stellte Mag. Thomas Veitschegger, Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbandes, fest. Diese Leistung müsste allerdings auch angemessen honoriert werden.

Als Vorbild für den neuen Weg könne das Schweizer Apothekensystem betrachtet werden, so Veitschegger. Dieses bietet bereits seit 2001 ein weitreichendes, honoriertes Leistungsspektrum wie Impfungen, Nachfolgerezepte sowie diverse Vorsorgemaßnahmen und Betreuungsleistungen. 86 Prozent der Bevölkerung in Österreich können sich laut einer Umfrage vorstellen, bestimmte Gesundheitsmaßnahmen in den Apotheken durchführen zu lassen. Die Apotheken haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage seien, eine große Anzahl von Personen zu begutachten, erklärte Veitschegger. So wurden beispielsweise in einer Diabetes-Kampagne in den Kärntner Apotheken, mittels Blutproben und Fragebögen 6000 Personen in nur drei Tagen durchgecheckt, während es die Kärntner Gebietskrankenkasse mit einer ähnlichen Aktion auf lediglich 3000 Diabetes-Screenings in fünf Monaten brachte. Hier sollte es künftig eine finanzielle Umschichtung hin zu den Apotheken geben, forderte Veitschegger.

Apotheken können viel mehr

Die fachlichen Ressourcen der Apotheken seien bei weitem noch nicht ausgeschöpft, konstatierte Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger und forderte eine Einbindung der Apotheken in das Primary Health Care-(PHC)-Kernteam. Eine Forderung, die auch von Dr. Gerhard Aigner, Sektionschef im Gesundheitsministerium, und Mag. Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende des Hauptverbandes, prinzipiell unterstützt wird. Die Apotheken sollen, so Bachinger, nicht bloß im Notfall rezeptpflichtige Arzneimittel abgeben dürfen.

„Wir haben jetzt die historische Chance für eine grundlegende Strukturänderung. An eine Umschichtung der finanziellen Mittel glaube ich nicht, wir werden für einen bestimmten Zeitraum doppelt bezahlen müssen, uns aber letztlich Geld sparen“, so Bachinger. Mehr Effizienz und Innovationen sollten, so Rabmer-Koller, das Ziel bei der Überarbeitung des Gesamtsystems sein. Die grundsätzliche Stärkung der Primärversorgung ist ein allgemeines Credo – die Umsetzung scheitert bisher an Partikularinteressen.

Quelle: Presseaussendung Österreichischer Apothekerverband

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