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Allgemeinmedizin 26. April 2016

Hörverlust durch Zellstress

Vitalstoffe könnten der altersbedingten Sinnesstörung entgegenwirken

Altersbedingter Hörverlust ist die häufigste Sinnesstörung bei älteren Menschen. Eine mögliche Ursache dafür ist die im Alter verminderte Schutzfunktion des Körpers vor aggressiven Nebenprodukten der Energiegewinnung in der Zelle. Eine neue Studie liefert Hinweise dafür, dass die Zufuhr von Vitamin C, β-Carotin sowie Magnesium das Risiko eines altersbedingten Hörverlustes reduzieren könnte.

40 Prozent der über 65-Jährigen leiden in Mitteleuropa bereits an altersbedingtem Hörverlust. In den nächsten Jahrzehnten ist mit einer deutlichen Zunahme dieses Anteils zu rechnen, und das nicht nur aufgrund der demographischen Entwicklung. Auch die zunehmend lautere Umwelt und der steigende Musikgenuss über Kopfhörer wird diese Form des Hörverlusts verstärken. Ein vermindertes Hörvermögen kann viele negative Folgen mit sich bringen: Neben einer beeinträchtigten Kommunikation mit den Mitmenschen, die im schlimmsten Fall zu sozialer Isolation führen kann, ist auch die finanzielle Belastung – etwa durch teure Hörgeräte – nicht zu unterschätzen. Um einem Hörverlust vorzubeugen, sollten externe Lärmquellen vermieden werden und auch eine ausreichende Nährstoffzufuhr kann einen wertvollen Beitrag leisten.

Zelluläre Ursachen für altersbedingten Hörverlust

Der altersbedingte Hörverlust wird unter anderem durch die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies verursacht, die primär in den Mitochondrien als toxische Nebenprodukte des Metabolismus entstehen und die Mitochondrien schädigen. Dabei ist die mitochondriale DNA – anders als die DNA im Zellkern – nicht von Histonen geschützt, und daher anfälliger für Störungen durch die freien Radikale. Die normalerweise zur Verfügung stehenden speziellen Enzyme der Körperzellen, die die reaktiven Sauerstoffspezies unschädlich machen und damit vor Zellschädigung schützen, sind im Alter in geringerem Ausmaß verfügbar. Daher treten vermehrt Schäden in den Mitochon-drien auf. In der Folge kann die Energiegewinnung in den Zellen völlig zusammenbrechen und die Zellen sterben ab. In den Zellen des Innenohrs kann ein altersbedingter Hörverlust entstehen.

Vitamine und Mineralstoffe können Hörverlust bremsen

Positive Effekte von Antioxidantien, wie Vitamine C und E, und auch β-Carotin, auf den Schutz der Zelle vor freien Radikalen konnte in verschiedenen Studien gezeigt werden. Diese Vitalstoffe übernehmen auf molekularer Ebene die gleiche Funktion wie die schützenden Enzyme. Aber auch Mineralstoffe wie Magnesium könnten vor einem Hörverlust schützen. Die biochemischen Details der Wirkung von Magnesium hierbei sind jedoch bislang nicht entschlüsselt.

Die gemeinsame Wirkung von Antioxidantien und Mineralstoffen auf die Leistungsfähigkeit bei Hörtests konnte nun erstmals in einer Humanstudie gezeigt werden. Die Kombination aus Vitamin C, β-Carotin und Magnesium führte zu einem Synergieeffekt, wobei eine höhere Dosis der eingenommenen kombinierten Mikronährstoffe zu einem effektiveren Schutz führte. Die Einnahme von Antioxidantien und Magnesium – sowohl einzeln als auch in Kombination – könnte also, so die Schlussfolgerung der Autoren, mit einem geringeren Risiko eines Hörverlustes in Verbindung stehen.

Quelle: Presseaussendung der GIVE e.V. - Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung e.V.

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