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© Petra Fröschl
Daniela Allram, BSc, ist Ernährungstherapeutin in Horn und Mitglied im Verband der Diätologen.
 
Allgemeinmedizin 13. Jänner 2016

„Das Problem der Crash-Diäten ist ja gerade, dass man sich kasteit und dann der Gusto umso größer ist“

3 Fragen, 3 Antworten

Drei Monate lang Diät-Shakes schlürfen – und was dann? Für die Diätologin Daniela Allram sind die Beschäftigung mit der eigenen Ernährung und „ein gesundes Mittelmaß“ optimal. Radikale Diätkuren seien nicht notwendig.

Sie plädieren für das gesunde Mittelmaß anstelle von Crash-Diäten, wieso eigentlich?

Allram:Grundsätzlich sind die Behauptungen im MMW-Artikel (siehe oben) nicht alle falsch, was für die Praxis aber völlig irrelevant ist, ist der Vergleich zwischen Crash- und Langzeit-Diäten, bei der nach der erfolgten Gewichtsreduktion alle die gleiche Kost erhalten haben. Das ist der Knackpunkt, der in der Praxis nicht zutrifft. Es mag schon sein, dass der Jo-Jo-Effekt nicht so stark ausfällt wie eigentlich erwartet.

Was genau stört Sie?

Allram:Es ist deshalb irrelevant, weil man nach Ende der Diät ja nicht Gewichtserhaltungskost bekommt, die unter kontrollierten Bedingungen vergleichbare Daten liefern. Das Problem der Crash Diäten ist ja gerade, dass man sich kasteit und lange Zeit sehr wenig isst, und dann der Gusto umso größer ist und es sein kann, dass man umso mehr Kalorien zu sich nimmt. Diese Möglichkeit wurde den Studienteilnehmern ja gar nicht gegeben, die haben alle die gleiche Kost bekommen und essen müssen.

Wie erklären Sie sich, dass offenbar Crash-Diäten bessere Langzeitergebnisse erzielen?

Allram: Das bezweifle ich sehr. Der Unterschied rührt wohl nicht von der Crash Diät, sondern vom standardisierten Nachprogramm her. Das ist das Entscheidende. Die Langzeitergebnisse haben ja wieder damit zu tun, was ich nach Ende der Diät tue. Die Stabilisierung des 5- bis 10-prozentigen Gewichtsverlustes (Leitlinien der Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V., Anm.) ist weit wichtiger als die Frage, wie viel Kilos ich in kürzester Zeit runterbringe. Die Personen, die in meine Beratungen kommen, sollen gesunde Ernährung verstehen und umsetzen können.

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