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© Sven Hoppe / iStock / Thinkstock
 
Allgemeinmedizin 23. März 2015

Pharma in Europa

Länger besser leben und eine Stütze der Wirtschaft.

Unter dem Titel „Braucht Europa Pharma, braucht Pharma Europa? Das Rezept Österreich“ stellten das Pharmaunternehmen Merck und die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) Ende Jänner in Wien die Rolle der pharmazeutischen Industrie in einem stagnierenden Europa in den Mittelpunkt einer Diskussion mit Vertretern aus Politik, Industrie und Medizin.

Innovative Arzneimittel tragen wesentlich zur Steigerung der Lebenserwartung bei. Gesundheit wird von vielen auch als der Wachstumstreiber der kommenden Jahrzehnte gesehen. Die pharmazeutische Industrie wird jedoch oft nur als Kostenfaktor im Gesundheitswesen betrachtet, die positiven volkswirtschaftlichen Effekte werden wenig beachtet. „Die gesamte Gesundheitswirtschaft leistet einen entscheidenden Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung in Österreich“, so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Gesundheits- und Sozialpolitik in der WKO: „Jeder siebte Beschäftigte arbeitet in der Gesundheitswirtschaft im engeren Sinn, zu der auch die Pharmabranche zählt.“

Die Gesundheitsversorgung ist auch in der EU nicht einheitlich, so unterscheidet sich in den 28 Staaten die durchschnittliche Lebenserwartung beträchtlich und die Anzahl der nicht-gesunden Lebensjahre nimmt zu. „Mit der zunehmenden Lebenserwartung steigen auch die Herausforderungen an geeignete Arzneimittel, der Impfschutz wird ein immer wichtigeres Thema. Damit die Herstellung von Medikamenten mit einem Höchstmaß an Sicherheit und Ethik erfolgt, braucht es klare europäische Regeln und Vorschriften“, stellte SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach fest: „Innovation in diesem Bereich stärkt den Forschungsstandort Europas gleichermaßen, wie es der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger hilft.“

Großinvestititonen in onkologische Forschung

Krebs als jene Krankheit, die weltweit die meisten Todesfälle verursacht – und damit auch die höchsten Folgekosten – ist das Forschungsgebiet, in das die pharmazeutische Industrie am meisten investiert. „Entwicklung und Zulassung von Medikamenten, gerade in der Onkologie, werden immer schwieriger und langwieriger, umso mehr brauchen wir stabile Rahmenbedingungen vonseiten der Politik. Die derzeit sehr uneinheitliche Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln ist beispielsweise ein Hemmschuh beim Zugang von Patienten zu neuen Therapien“, erklärte Hubert Thole, Head of Medical Affairs, Europe, Merck. „Der Fortschritt in der onkologischen Behandlung war in den vergangenen Jahren enorm“, bestätigte Univ-Prof. Dr. Christoph Zielinsky, Vorstand der Klinik für Innere Medizin I, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie, AKH Wien. „So konnte beispielsweise das mediane Gesamtüberleben bei Darmkrebs durch neue Therapien von acht auf 25,1 Monate gesteigert werden.“

Im europäischen Vergleich ist Österreich gut positioniert. So blieb die Anzahl der klinischen Studien, im Unterschied zur gesamten EU, in den vergangenen Jahren relativ gleich. Einige der Biotech-Startups feiern erste Erfolge, auch Merck kooperiert mit kleinen österreichischen Forschungsunternehmen wie s-target in Wien. „Merck setzt auf den Standort Österreich wie der Ausbau unseres Produktionsstandortes in Spittal zeigt“, sagte Elisabeth Prchla, Geschäftsführerin von Merck Österreich.

Quelle: Presseaussendung Merck GmbH

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