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© Camille Lepage/Polaris
Ärzte ohne Grenzen sucht für die Hilfseinsätze dringend folgende Fachkräfte: FachärztInnen der Unfallchirurgie, NotfallmedizinerInnen, AnästhesistInnen, Hebammen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen sowie (OP-) Pflegefachkräfte. Weitere Informationen
 
Allgemeinmedizin 23. Mai 2014

Immer mehr eskalierende Gewalt

„Ärzte ohne Grenzen“ meldet in ihrer Jahresrückschau 2013 dramatische Zuspitzung bei humanitären Krisen.

Bei der Präsentation des Jahresberichts 2013 in Wien zeigte sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) alarmiert über die Eskalation der Gewalt im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik. Vertreter der Organisation forderten eine Ausweitung der internationalen Hilfe sowie deutlich stärkere Bemühungen, Lösungen für die beiden humanitären Krisen zu finden.

Beim Einsatz für Menschen in verschiedenen Konfliktgebieten sieht sich Ärzte ohne Grenzen heute immer öfter mit brutaler Gewalt gegen die Zivilbevölkerung konfrontiert. Sorge bereitet vor allem die Zunahme der gezielten Angriffe auf medizinische Einrichtungen. So steht neben der Erleichterung über die Freilassung von fünf seit Anfang Jänner in Syrien festgehaltenen Mitarbeitern die Trauer um drei Kollegen, die Ende April bei einem Überfall auf ein Krankenhaus in der zentralafrikanische Stadt Boguila getötet wurden. Auch im Südsudan wurden Krankenhäuser angegriffen, geplündert und zerstört. Laut Reinhard Dörflinger, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich, veranschaulichen diese Vorfälle, dass der Zugang zu den Betroffenen eine der größten aktuellen Herausforderungen für die Teams von Ärzte ohne Grenzen ist. „Wir rufen die Konfliktparteien in den Krisengebieten dringend dazu auf, die Neutralität von Krankenhauspersonal, medizinischen Einrichtungen und medizinischer Hilfeleistung zu respektieren“, so Dörflinger.

Weiterhin großzügige Spenden

Schwerpunkte der Hilfe aus Österreich waren 2013 die medizinischen Programme in Somalia, Swasiland, im Südsudan, im Tschad und in der Demokratischen Republik Kongo. Auch der Einsatz in Haiti wurde weiterhin unterstützt. Mehr als 300.000,– Euro wurden als Soforthilfe nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen zur Verfügung gestellt. Insgesamt leisteten die Einsatzteams von Ärzte ohne Grenzen 2013 medizinische Nothilfe für rund neun Millionen Menschen in mehr als 60 Ländern. In 20 dieser Länder wurden die Hilfsprogramme mit den Spendeneinnahmen der österreichischen Sektion unterstützt, die heuer ihr 20-jähriges Gründungsjubiläum begeht. „Die österreichische Sektion von Ärzte ohne Grenzen konnte im vergangenen Jahr über 15 Millionen Euro direkt für Hilfsprogramme bereitstellen“, berichtet Mario Thaler, der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich. Einen Rekord gab es bei den Spendeneinnahmen: Insgesamt spendeten fast 250.000 Privatpersonen und Firmen im vergangenen Jahr knapp 24,3 Millionen Euro, über drei Millionen Euro mehr als im Jahr 2012.

Erfreulich sei auch, dass viele österreichische Fachkräfte bereit sind, selbst in den Krisengebieten zu helfen, so Thaler. Insgesamt wurden 2013 über das Wiener Büro von Ärzte ohne Grenzen 125 Mitarbeiter auf insgesamt 167 Hilfseinsätze in 37 Ländern entsandt (siehe auch Fotohinweis „Ärzte ohne Grenzen sucht ...“). 58 Prozent der Einsatzkräfte waren Angehörige medizinischer Berufe, 42 Prozent gehörten zu nichtmedizinischen Berufsgruppen wie Logistik, Technik, Personal- und Finanzwesen.

Mit der Präsentation des Jahresberichts 2013 startet auch eine neue Serie der Image-und Informationskampagne von Ärzte ohne Grenzen Österreich, die weiterhin den Schwerpunkt auf die Kernkompetenz „Humanitäre Hilfe“ legt.

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