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Allgemeinmedizin 18. Februar 2014

Blei im Trinkwasser

Neuer Grenzwert verdoppelt Belastung.

Seit 1. Dezember 2013 gilt gemäß Trinkwasserverordnung in Österreich ein neuer, strengerer Grenzwert für Blei im Trinkwasser.

Der neue Grenzwert wurde von 0,025 mg/l auf 0,01 mg/l gesenkt. Tausende Wasserproben, die über den AQA WasserCheck zur Analyse in die Seibersdorf Labor GmbH des AIT (Austrian Institute of Technology GmbH, vormals Forschungszentrum Seibersdorf) gesandt wurden, zeigen, dass noch immer, v. a. in Städten mit altem Hausbestand, teils erhebliche Belastungen bei Blei vorliegen. „Diese Problematik wird sich durch eine Senkung des Grenzwertes nicht lösen, sondern weiter zuspitzen. Ohne Sanierungsmaßnahmen werden sich die Bleiüberschreitungen der Wasserproben zum Teil verdoppeln“, so DI Stephan Bruck, Geschäftsführer von AQA.

Bleihaltiger Cocktail

Allein die 5.500 Wiener Wasserproben aus dem AQA „WasserCheck“ der letzten zehn Jahre zeigen, dass mehr als jede siebente auf den Parameter Blei analysierte Probe über dem bisherigen Grenzwert liegt. Legt man diesen Analysen den neuen Grenzwert zugrunde, überschreitet nahezu jede vierte eingesandte Probe die neue Verordnung.

Ein Teil der Problematik der Belastung des Trinkwassers mit Blei liegt in den Wasserleitungen der Gründerzeithäuser/Altbauten. Die Leitungen bis zu den Häusern wurden bei vielen Altbauten zwar erneuert, die Steigleitungen in Gebäuden aber nicht, ebenso wenig wie die Leitungen in den Wohnungen selbst. Somit besteht die letzte Rohrleitung – die sogenannte „Last-Mile“ – zum Wohnungsnutzer oft aus Blei. Hier kann auch der Schwermetallcocktail aufgrund vieler unterschiedlicher Materialien, die bei diversen Sanierungen eingesetzt wurden von Bedeutung sein, Beispiel: Kupfer-Blei-Chrom-Nickel. Aber auch so manche Armaturen können aufgrund bleihaltiger Legierungen das Wasser bei längeren Standzeiten mit Blei belasten, wie Untersuchungen des AIT oder des VKI belegen.

Gesundheitliche Auswirkungen

Chronische Bleibelastung üben toxische Wirkungen insbesondere auf das Nervensystem und die Blutbildung aus. Kinder reagieren dabei besonders empfindlich auf Blei, weil dies schon in relativ geringer Konzentration die Entwicklung des Gehirns beeinflussen kann. Für Säuglinge, deren Babynahrung mit Leitungswasser zubereitet wird, ist die gesundheitliche Gefährdung im Falle von mit Blei belastetem Wasser am höchsten, da sie im Verhältnis zum Körpergewicht sehr viel Trinkwasser aufnehmen. Erwachsene sind in der Regel gering gefährdet, sofern die Grenzwerte eingehalten werden bzw. keine Spitzenüberschreitungen dauerhaft vorliegen. AQA/KK

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