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Allgemeinmedizin 1. Juni 2009

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis: Ein Fall mit tödlichem Ausgang

Der erste Fall einer tödlich verlaufenden Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (engl.: Tick-borne encephalitis, TBE) in Italien wurde 2006 in Friaul-Julisch-Venetien registriert, einer Region im Grenzbereich zu Österreich und Slowenien. Der Fall betraf eine 72-jährige Frau, die keine prophylaktische Impfung gegen FSME erhalten hatte. Sie wohnte im Nahbereich eines Orts, in dem die Krankheit bereits 2003 aufgetreten war. Die epidemiologischen Daten weckten gemeinsam mit dem klinischen Bild den Verdacht, dass es sich um eine FSME-Infektion handeln könnte. Die Infektion konnte durch serologische Serumtests und durch die Untersuchung der zerebrospinalen Flüssigkeit nachgewiesen werden. Diese Untersuchungen ergaben charakteristische Veränderungen bestimmter chemischer Blutparameter (zunehmende Thrombozytopenie und Transaminasenanstieg) sowie eine beginnende Anämie; diese Entwicklungen wurden auch bei anderen tödlich verlaufenen FSME-Fällen beobachtet. Der Verlauf der Krankheit während der ersten 24 Stunden nach der Einweisung ins Krankenhaus war durch eine schnell fortschreitende Verschlechterung der klinischen Symptome gekennzeichnet, wobei sich rasch eine Tetraparese, schwere Atembeschwerden und ein Koma einstellten. Die Patientin erlag ihrer Krankheit nach 32 Tagen aufgrund von Atemkomplikationen. Die während des Krankenhausaufenthalts und im Zuge der Autopsie aufgenommenen Röntgenbilder zeigten weder Schädigungen des Gehirns noch der Halswirbelsäule oder des Rückenmarks in direktem Zusammenhang mit der FSME. Der potenzielle Schweregrad der FSME-Virusinfektion bestätigt, dass es wichtig ist, Personen, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen, von der Notwendigkeit einer prophylaktischen Impfung zu überzeugen.

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