Zahngesundheit – spielt die Menopause eine Rolle?
- Open Access
- 29.08.2025
- Zahnmedizin
- Menopause heute und morgen
Der Östrogenabfall nach der Menopause führt zu zahlreichen Veränderungen für das Leben und die Gesundheit der Frau. Neben den altbekannten Östrogenmangelsymptomen zeigen sich auch erhebliche Einflüsse auf die Gesundheit der Mundhöhle [1]. Die Postmenopause geht daher mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs einher, auf welche in diesem Artikel eingegangen wird.
Östrogenrezeptoren finden sich sowohl in der Mundschleimhaut als auch in den Speicheldrüsen und im periodontalen Gewebe, was zu der Annahme führt, dass die hormonellen Veränderungen nach der Menopause einen direkten Einfluss auf die orale Gesundheit ausüben [2]. Die diesbezüglichen Beschwerden sind vielfältig, jedoch zählt die Xerostomie oder ein trockener Mund zu den häufigsten [3]. Dieser Zustand lässt sich auf einen Rückgang des Speichelflusses zurückführen, der zu Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen und Schlucken beiträgt [4]. Außerdem wird er von einem erhöhten Risiko für Karies und oralen Infektionen begleitet. Der Speichel spielt außerdem eine entscheidende Rolle in der Erhaltung der Mundgesundheit, indem er einen natürlichen Mechanismus gegen Pathogene und einen natürlichen Säurepuffer darstellt.
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Ein anderer entscheidender Faktor bei postmenopausalen Frauen ist das zunehmende Risiko für periodontale Erkrankungen. Ein Östrogenmangel kann in einem Rückgang in der Knochendichte resultieren und beeinträchtigt so den alveolären Knochen, der den Zahn unterstützt. Das macht postmenopausale Frauen anfälliger für periodontalen Knochenverlust, was wiederum zu einer Zahnmobilität und in der Folge – ohne Behandlung – sogar zu einem Zahnverlust führen kann [5].
Ein anderes häufiges Syndrom ist das „burning mouth syndrome“ (BMS), ein Zustand, der durch ein anhaltendes brennendes Gefühl im Mund charakterisiert ist, oftmals ohne sichtbare klinische Zeichen [6, 7]. Obwohl die Ätiologie vielfältig ist, dürften hormonelle Schwankungen eine wichtige Rolle spielen.
Des Weiteren kann es durch den Östrogenabfall zu Einflüssen an der Mundschleimhaut kommen, was eine Atrophie zur Folge hat. Diese wiederum macht dann anfälliger für Verletzungen jeglicher Art [8]. Zusätzlich zu der höheren Anfälligkeit für Verletzungen der Mundschleimhaut erleben postmenopausale Frauen häufig Veränderungen der Geschmackswahrnehmung wie einen bitteren oder metallischen Geschmack. Dies wiederum kann Veränderungen der Nahrungsaufnahme und generell der Ernährungsgewohnheiten mit sich bringen, was die gesamte Gesundheit beeinflusst.
Bei der Mundgesundheit von Frauen nach der Menopause liegt die größte Notwendigkeit in der Implementierung präventiver Maßnahmen. Regelmäßige Zahnarztkontrollen und ein- bis zweimal jährlich eine professionelle Mundhygiene sind essenziell, um die orale Gesundheit zu überwachen und zu erhalten. Wünschenswert wäre außerdem ein Bewusstsein von zahnärztlicher Seite für die besonderen Ansprüche und Anforderungen von Frauen nach der Menopause.
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Es konnte gezeigt werden, dass sich durch eine Hormonersatztherapie (HRT) die orale Gesundheit von postmenopausalen Frauen verbessert hat, welche die oben genannten Bereiche betrifft, welche durch die Hormonumstellungen beeinflusst werden. Selbstverständlich muss auch hier bedacht werden, dass eine HRT nicht für alle Frauen geeignet ist und individuell verschrieben werden muss. Andere therapeutische Möglichkeiten sind nichtpharmakologische Zugänge wie Lifestyle-Modifikation oder Stressmanagementtechniken [1, 9].
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
I. Holzer gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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