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01.04.2020 | MKÖ | Ausgabe 1/2020 Open Access

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 1/2020

Würdevolles Altern – neue Technologien, Telemedizin und Ethik

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich > Ausgabe 1/2020
Autor:
Dozent (PD) Univ. Lektor Dr. Andreas Klein
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Würdevolles Altern erscheint in einer Hochleistungsgesellschaft als prekäre Formel, da dies zwar von den meisten Menschen gewollt wird, das Alter(n) jedoch weitgehend mit negativen Attributen versehen wird: Defizite, Mängel, Abbauprozesse, Leistungseinbußen und eine Last für andere und die Gesellschaft. Die positiven Faktoren wie etwa zahlreiche Entlastungen oder Erfahrungssättigung treten hingegen in den Hintergrund. Trotz des Lobs der Vielheit, der Differenz, der Buntheit und der Destandardisierung von Lebensentwürfen bleiben hier ganz bestimmte, kulturell grundierte Leitperspektiven prägend, denen man sich nur schwer entziehen kann. Sowohl ethisch als auch gesamtgesellschaftlich wären kulturelle und individuelle Bewertungsperspektiven auf das Alter(n) kritisch zu reflektieren und alternative Deutungsoptionen einzubeziehen, die Neuorientierungen und Neujustierungen von den Verkrustungen der Perspektiven befreien.
Mittlerweile sind sich bereits alternative Konzepte des Selbstverständnisses älterer Menschen etabliert. Selbstbestimmung und Individualisierung werden eigenständig aufgegriffen und sind nicht länger jüngeren Generationen vorbehalten. Überkommene Rollenverständnisse werden dabei einer kritischen Revision unterzogen und umbesetzt. Dabei verliert Alter überhaupt zunehmend an Differenzierungsrelevanz, weil Menschen mit aufgrund ihrer jeweiligen Bedürfnisse und Interessen im Mittelpunkt stehen und nicht alleine wegen ihres Alters. Dies hat auch die Wirtschaft längst erkannt, wodurch ältere Menschen als interessante und finanzkräftige Adressaten in den Fokus rücken. Längst ist von „golden“ oder „silver agern“ die Rede.
In diesem Kontext spielen auch neue Technologien eine entscheidende Rolle, weil sie Menschen im fortgeschrittenen Alter in ihren neu bestimmten Lebenskonzepten erhebliche Unterstützung und Selbstkontrolle bieten können, insbesondere im Gesundheitsbereich. Sie ermöglichen, grundlegende ethische Prinzipien zu unterstützen, wenngleich neben den Vorteilen auch die Risiken und gesellschaftlichen Transformationen kritisch zu bedenken und zu bewerten sind. Ein kurzer Überblick soll diese Aspekte verdeutlichen und vertiefen.
Über diesen Artikel

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