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Welche Gestagene bei Frauen mit Depressionen und PMDD

  • 14.07.2025
  • Gynäkologische Endokrinologie
Erschienen in:

Zusammenfassung

Gestagene sind essenzielle Bestandteile jeder hormonellen Kontrazeption und werden weltweit von über 100 Mio. Frauen pro Jahr angewendet. Selten können durch Gestagene hormonell induzierte Depressionen oder eine Exazerbation einer vorbekannten Depression ausgelöst werden. Erfahrungsgemäss führt ein Absetzen des auslösenden Gestagens schnell zur Regredienz der Symptome. Als ursächlich werden pathologische Reaktionen des Gehirns auf physiologische Hormonschwankungen angenommen. Diesbezüglich wird u. a. der Abfall von Östrogenen, Progesteron und Neurosteroiden, wie Allopregnanolon, diskutiert. Eine erhöhte Vulnerabilität für depressive Episoden wurde einerseits bei Frauen in einer Lebensphase mit natürlichen hormonellen Veränderungen wie in der Adoleszenz, post partum und in der menopausalen Transition sowie bei Frauen mit einer positiven Eigen- oder Familienanamnese bzw. zyklusabhängigen Stimmungsveränderungen wie beim prämenstruellen dysphorischen Syndrom (PMDD) beobachtet. Auch gesunde Frauen ohne Risikofaktoren können betroffen sein, sodass eine individuelle Vorhersage der Gestagenverträglichkeit nicht möglich ist. Gestagen-only-Methoden und nichtorale Kombinationspräparate scheinen gegenüber kombinierten oralen Kontrazeptiva ein leicht erhöhtes Risiko aufzuweisen und gelten bei Frauen mit Risikofaktoren als Mittel der 2. Wahl. Eine niedrige Ethinylestradioldosis und ein Langzyklus können sich durch die Vermeidung des Hormonabfalls der Einnahmepause positiv auf die Stimmung auswirken. Zu bevorzugende Gestagene in Kombinationspräparaten sind Drospirenon, Desogestrel, Nomegestrol und Chlormadinon. Die beste Datenlage besteht bezüglich Kombinationspräparaten mit 20 mcg Ethinylestradiol und 3 mg Drospirenon im 24/4 Schema. Dieses ist in den USA als Therapie einer PMDD zugelassen.
Titel
Welche Gestagene bei Frauen mit Depressionen und PMDD
Verfasst von
Dr. med. Anne Muendane
Publikationsdatum
14.07.2025
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Schweiz / Ausgabe 3/2025
Print ISSN: 1995-6924
Elektronische ISSN: 2520-8500
DOI
https://doi.org/10.1007/s41975-025-00401-1
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