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01.03.2019 | notfallversorgung | Ausgabe 3/2019

ProCare 3/2019

Verwahrlost, einsam und krank — der soziale Breakdown

Eine spezielle Patientengruppe in der zentralen Notaufnahme

Zeitschrift:
ProCare > Ausgabe 3/2019
Autoren:
Dr. Ingo Gräff, Dr. Ramona C. Dolscheid-Pommerich, Dr. Shahab Ghamari, Dr. med. Torsten Bähner, Dr. Hans Goost

Zusammenfassung

Hintergrund

Immer häufiger ist die zentrale Notaufnahme (ZNA) die primäre Versorgungseinheit von Patienten, die nicht mehr in der Lage sind, di e notwendigen Mindestanforderungen für ein gesundes Leben zu erfüllen. In der notfallmedi zinischen Versorgung dieser Patienten können Fixierungsfehler und ein „Schubladendenken“ von schwerwiegenden notfallmedizinisch zu versorgenden Krankheitszuständen ablenken. Für das Personal der ZNA stellt diese Patient engruppe mit ihren multifaktoriellen Problemen eine besondere Herausforderung dar.

Ziel

der hier vorgestellten Untersuchung ist die Qualitätsverbesserung der Versorgung einer speziellen Patientengruppe.

Material und Methoden

Durchgeführt wurde eine monozentrische retrospektive Beobachtungsstudie am Universitätsklinikum Bonn (UKB). Anhand von Fallbeispielen wurde die notfallmedizinische Versorgung dieser speziellen Patientengruppe in der ZNA untersucht.

Ergebnisse

Im Zeitraum von sieben Jahren (2009–2016) konnten 17 Patienten mit einem Verwahrlosungssyndrom untersucht werden. Bei den während der Versorgung identifizierten Endpunkten handelt es sich um die Therapie lebensbedrohlicher Akutzustände, zu therapierende Laborpathologien, Einleitung infektiologischer Schutzmaßnahmen, Einleitung diagnostischer Maßnahmen, einzuleitende Maßnahmen im Rahmen der Schnittstellen Operationssaal (OP), Intensivstation (ICU) und Outcomedaten.

Schlussfolgerung

Patienten mit einem Verwahrlosungssyndrom bedürfen einer interdisziplinären Primärversorgung an einem Haus mit erweiterten Versorgungsstrukturen. Der augenscheinliche Primäreindruck dieser Patienten darf nicht zu einem Fixierungsfehler führen. Aufgrund der häufig nicht möglichen Anamneseerhebung und dem komplexen Erscheinungsbild dieser Patienten sollte die Evaluation prioritätenorientiert nach einem festgelegten Algorithmus im Schockraum erfolgen.

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Literatur
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