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03.08.2017 | Originalie | Ausgabe 4/2017 Open Access

Pädiatrie & Pädologie 4/2017

Verlangen nach Süßem: Eine Evaluation der Suchtperspektive auf Zucker- und Süßstoffkonsum

Zeitschrift:
Pädiatrie & Pädologie > Ausgabe 4/2017
Autor:
Dr. Dipl.-Psych Adrian Meule

Zusammenfassung

Die Vorstellung, dass man süchtig nach bestimmten Nahrungsmitteln oder Nährstoffen wie z. B. Zucker sein kann, ist in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet und wird auch wissenschaftlich mit steigendem Interesse untersucht. Dieses Konzept des suchtähnlichen Essverhaltens ist allerdings keineswegs eine Errungenschaft des 21. Jahrhunderts, sondern wird bereits seit vielen Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Tatsächlich zeigen sich viele Parallelen zwischen Suchtverhalten und übermäßigem Konsum hochkalorischer Nahrungsmittel. Obwohl in den letzten Jahren vermehrte tierexperimentelle Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt werden und erste Versuche unternommen wurden, suchtartiges Essverhalten beim Menschen standardisiert zu erfassen, ist man von einem einheitlichen Konsens über die Validität des Suchtansatzes sowie dessen praktische Implikationen weit entfernt. Auch bezüglich der Effekte von kalorienfreien Süßstoffen auf Essverhalten, Körpergewicht und Gesundheit gehen die Meinungen stark auseinander. Metaanalytische Befunde aus Humanstudien zeigen jedoch, dass durch die Verwendung von Süßstoffen als Zuckerersatz eine erhebliche Reduktion der Kalorienaufnahme erreicht und somit ein Gewichtsverlust bei übergewichtigen Menschen unterstützt werden kann. Daher scheint ein suchtähnlicher Konsum von Süßstoffen oder eine durch Süßstoffkonsum induzierte Steigerung von Verlangen nach Zucker eher unwahrscheinlich.
Literatur
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