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16.09.2019 | Urologie | Originalien | Ausgabe 4/2019

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 4/2019

Nykturie – durch Behandlung die Lebensqualität steigern

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich > Ausgabe 4/2019
Autoren:
FEBU Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer, Isabell Karl
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Nykturie, die Notwendigkeit des nächtlichen Wasserlassens, betrifft durchschnittlich 3/4 der Männer und Frauen über 70. Aber auch jüngere Patienten können von dieser Problematik betroffen sein. Die Folgen der verminderten Qualität des Schlafes und der geringeren bzw. eingeschränkten Schlafeffizienz können großen Einfluss auf die Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und das Auftreten depressiver Symptome nehmen. In diesem Übersichtartikel werden zunächst die unterschiedlichen Auslöser einer Nykturie genauer betrachtet und Ursachen im Bereich der Urinproduktion, -speicherung und -ableitung, aber auch in nichturologischen Bereichen dargelegt. Im Anschluss wird die Notwendigkeit einer ursachenangepassten Therapie der Nykturie diskutiert. Generell kann eine Therapie der Nykturie aufgrund der multifaktoriellen Ursachen immer nur nach genauer Diagnose erfolgen. So wird eine globale Polyurie aufgrund von Polydipsie, Diabetes insipidus oder Diabetes mellitus anders therapiert als beispielsweise Nykturie aufgrund einer überaktiven Blase oder eines benignen Prostatasyndroms (BPS). Letztlich wird in diesem Artikel auch noch die Verschiebung der ADH-Sekretion als eine Ursache für nächtliche Polyurie genauer betrachtet. Ein verschobener oder gestörter Zyklus bzw. eine ADH-Rezeptor-Dysfunktion führen folglich zur Bildung größerer Mengen Urins auch während des Schlafes und dadurch häufig zu einer nächtlichen Polyurie. Hier muss besonders der Einsatz von Desmopressin, eines synthetischen Analogons des körpereigenen antidiuretischen Peptidhormons (ADH) Vasopressin, als therapeutische Option erwähnt werden. Desmopressin fördert die Rückresorption von Wasser und führt somit zu einer Reduktion der Nykturiesymptomatik.
Literatur
Über diesen Artikel