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Open Access 15.01.2023 | Universitäten

In die Krise hineininvestieren

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Der Nationalfonds (SNF) unterstützte während der Pandemie 114 COVID-19-Projekte, für die er Fördermittel von mehr als 45 Mio. Franken einsetzte.

Für den SNF war es ein Novum, aufgrund einer akuten Krisensituation in derart kurzer Zeit Forschungsinfrastrukturen aufzubauen, um dringende Forschungsprojekte schnell aufzugleisen und geeignet zu unterstützen. Mit der „Sonderausschreibung Coronaviren“ im März 2020 und der Lancierung des Nationalen Forschungsprogramms „COVID-19“ im Folgemonat hat der SNF einen Rahmen für die Coronaforschung geschaffen.

In der frühen Phase der Pandemie brachten epidemiologische und Monitoring-Projekte wichtige Erkenntnisse für die Swiss National COVID-19 Science Task Force , beispielsweise zur Übertragbarkeit des Virus, zum Mobilitätsverhalten der Bevölkerung während des Lockdowns, oder die wöchentlichen Analysen zur Akzeptanz von Schutzmaßnahmen. Dies erlaubte dem Bundesrat, seine Empfehlungen anzupassen. Ebenfalls ein früher Erfolg war die Entwicklung eines günstigen Massentests durch eine Forschungsgruppe der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), was erstmals den Nachweis von COVID-19-spezifischen Antikörpern bei breiten Bevölkerungsgruppen ermöglichte. „Dank dieser Tests konnten wir in Kindergärten Informationen über die Verbreitung des Virus gewinnen“, erklärt Prof. Dr. Isabella Eckerle vom Universitätsspital Genf.

Ein Durchbruch gelang mit dem Abwassermonitoring der EAWAG (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz), welches präzise die Konzentration von SARS-CoV-2 Viren in Gewässern misst. Nach der ersten Forschungsphase wurde das Monitoring inzwischen auf über Hundert Standorte ausgeweitet. Weitere Ergebnisse von Forschungsprojekten sind ein an der ETH Zürich entwickelter Sensor, der Aerosole mit SARS-CoV-2 aus der Luft filtert sowie ein Biosensor, der die Konzentration von Viren in der Raumluft von Pflegeheimen und Spitälern misst und entsprechende Warnungen auslöst.

„Ohne Industrie geht es nicht“

Mehrere Vorhaben widmen sich der Entwicklung neuer Corona-Impfstoffe. Impfpionier PD Dr. Steve Pascolo vom Universitätsspital Zürich will zum Beispiel die bewährten mRNA-Ansätze verfeinern und weiterentwickeln. Der Virologe Prof. Dr. Volker Thiel von der Universität Bern will einen Lebendimpfstoff als Nasenspray zur Verfügung stellen. Ob und welche dieser Ansätze es bis zur Zulassung schaffen, wird sich erst in den klinischen Phasen zeigen. „Ohne Kooperation mit der Industrie ist ein solches Wettrennen nicht zu gewinnen“, sagt Thiel, dessen Projekt am Anfang der klinischen Phase I steht. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ermöglicht es, Impfstoffkandidaten in klinischen Studien zu testen und die Infrastruktur für die Produktion und Distribution von Impfstoffen bereitzustellen. Der Epidemiologe Dr. Marcel Salathé (EPFL) meint: „Da das Virus mit uns bleiben wird, muss die Forschung mit hoher Priorität weitergeführt werden.“


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Metadaten
Titel
In die Krise hineininvestieren
Schlagwort
Universitäten
Publikationsdatum
15.01.2023

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