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28.09.2018 | originalarbeit Open Access

Überzeugungen und Belastungen durch Stimmenhören: die deutsche Version des Beliefs About Voices Questionnaire – Revised (BAVQ-R)

Zeitschrift:
neuropsychiatrie
Autoren:
Dr. med. univ. Andrea Gmeiner, Jessica Aslan, Amy Gaglia, Tamara Rumpold, Beate Schrank, Stefanie Süßenbacher, Michaela Amering

Zusammenfassung

Hintergrund

Überzeugungen zum Stimmenhören sind ein wesentlicher Faktor für Belastung, Coping und therapeutische Interventionen bei verbalen akustischen Halluzinationen. Ziel dieser Studie war es, den international etablierten Beliefs About Voices Questionnaire-Revised (BAVQ-R) in einer deutschen Übersetzung bei Personen mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis einzusetzen und zu validieren.

Methoden

93 Personen mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis und aktuellen verbalen akustischen Halluzinationen füllten den BAVQ-R für ihre dominante Stimme selbstständig aus. Weiters wurden soziodemographische und klinische Daten sowie Daten zum Schweregrad der Erkrankung (Clinical Global Impression-Schizophrenie) und symptomspezifische Dimensionen des Stimmenhörens (Psychotic Symptoms Rating Scale) erhoben. Konstruktvalidität, Reliabilität und Test-Retest-Reliabilität wurden berechnet.

Ergebnisse

Alle BAVQ-R Subskalen (Böswilligkeit, Wohlwollen, Widerstand, Bindung) außer der Subskala Omnipotenz zeigten zufriedenstellende interne Konsistenz. Gute Test-Retest-Reliabilität ergab sich in den Überzeugungssubskalen (Böswilligkeit, Wohlwollen, Omnipotenz), aber nicht in Emotionen und Verhalten im Hinblick auf Widerstand und Bindung. Die signifikanten Korrelationen zwischen den Subskalen zeigten Ergebnisse, vergleichbar mit den jenen aus der Originalstudie des BAVQ-R. Es ergaben sich keine Korrelationen mit dem Schweregrad der Erkrankung, sondern mit Ausmaß und Intensität der Belastung durch Stimmen sowie deren negativen Inhalten.

Fazit für die Praxis

Die einzuschätzenden Dimensionen bilden relevante Aspekte des subjektiven Erlebens des Stimmenhörens ab. Sowohl aus therapeutischer Sicht als auch als Forschungsbedarf stellt sich weiterhin aktuell die Frage nach der Konzeptualisierung vom Zusammenhang zwischen Kognition, Emotion und Verhalten.
Literatur
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