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20.11.2022 | Studium

Mehr soziale Kompetenz

verfasst von: Annabella Khom

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Fehlt es Ärzten an Empathie? Sollten Soft Skills im Ausleseverfahren stärker berücksichtigt werden. Eine Reform des Aufnahmetests soll es richten. Der Test-Block, der soziale und emotionale Fähigkeiten abfragt, wird ab 2023 aufgewertet.

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13.11.2022 | Gesundheitspolitik

Junge Kollegen, die pflegen?

Ein verpflichtendes Pflegepraktikum für angehende Medizinstudenten: Mit diesem Vorschlag hat der Pädiater Prim. Dr. Reinhold Kerbl für einiges an Aufsehen gesorgt und ist auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Seit es den Aufnahmetest fürs Medizinstudium gibt, wird er laufend adaptiert. Nun sollen mehr Testfragen zu sozial-emotionalen Kompetenzen beantwortet werden. Wie sich die Medizin-Unis eine stärkere Berücksichtigung der emotionalen Fähigkeiten der Kandidaten für das große Testen im kommenden Jahr vorstellen, wurde dem Bildungsressort bereits übermittelt.

Seit 2013 entscheidet der jedes Jahr Anfang Juli durchgeführte Medizin-Aufnahmetest darüber, wer an den öffentlichen Medizin-Universitäten Wien, Graz und Innsbruck bzw. der Medizin-Fakultät der Uni Linz die Ausbildung in Human- oder Zahnmedizin beginnen kann. Die derzeit 1.850 Plätze gehen an die Studienwerber mit den besten Testergebnissen, wobei 75 Prozent der Plätze für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert sind. Dieses Jahr haben sich satte 18.000 Personen beworben.

Tonnenweise Wissen wird abgefragt

Vor allem eingeführt, um den großen Ansturm an Interessenten aus Deutschland zu regeln. Insgesamt dauert die Aufnahmeprüfung neun Stunden und beinhaltet naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Chemie, Biologie und Mathematik. Aber auch geometrische Formen und Textverständnis sind Teil der Prüfung. Kritiker bemängeln, dass es bei der Prüfung nicht um Qualifikationen für den Beruf geht, sondern dass lediglich „tonnenweise Wissen“ aus dem ersten Studienabschnitt abgefragt werde.

Dr. Reinhold Kerbl, Primar im Landeskrankenhaus Hochsteiermark hat erst vor Kurzem den Vorschlag geäußert, dass es anstelle des Tests ein einjähriges Pflegepraktikum geben solle, da man damit auch gegen den Personalmangel in der Pflege vorgehen könne ( siehe dazu Ärzte Woche 46 / 2022 ). Damit sorgte er für viel Aufsehen. Auf viel Anklang ist er mit seiner Idee zwar nicht gestoßen. Dennoch gehöre der Aufnahmetest für das Medizinstudium reformiert, sagt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Johannes Steinhart: „Es ist wichtig, dass wir Softskills und emphatische Fähigkeiten, welche gerade bei Ärzten enorm wichtig sind, fördern müssen. Und dafür sind Verbesserungsvorschläge natürlich immer willkommen.“ Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) findet zusätzliche Praktika „super“, aber den Aufnahmetest könnten diese nicht ersetzen. Man müsse das Wissen rund um den Beruf abfragen, sagt Rüscher. Dass der Test wichtig sei, meint auch der Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, im Ö1-Mittagsjournal: „Einheitliche und rechtlich gültige Vorgaben sind ein Muss.“ Und weiter: „Über das Ausmaß der Überprüfung von sozialen Kompetenzen kann man jederzeit diskutieren. An der prinzipiellen Notwendigkeit der Aufnahmetests besteht aber kein Zweifel.“

Ministerium bereitet Reform vor

Die Universitäten haben einen Änderungsvorschlag beim Wissenschaftsministerium eingebracht. Bei den Medizin-Aufnahmetests soll die soziale Kompetenz mit einem zusätzlichen Bereich stärker berücksichtigt werden.

In einem psychiatrischen Test geht es darum, wie man in schwierigen Situationen die Emotionen des Gegenübers und die eigenen einschätzt. Wissenschaftsminister Martin Polaschek muss nun eine Verordnung erlassen.

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Metadaten
Titel
Mehr soziale Kompetenz
Schlagwörter
Studium
Praxis und Beruf
Publikationsdatum
20.11.2022

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