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Erschienen in: Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Schweiz 3/2021

Open Access 04.06.2021 | Menopause

Sexuelle Unlust – Wirkmechanismen des natürlichen Aphrodisiakums Damiana (Turnera diffusa)

verfasst von: Dr. Jennifer-Christin Kuchernig

Erschienen in: Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Schweiz | Ausgabe 3/2021

Zusammenfassung

Sexuelle Unlust bei Frauen ist eine häufig auftretende und meist multifaktorielle Symptomatik in jedem Alter. Entsteht daraus ein individueller Leidensdruck, einhergehend mit einer schlechten Lebensqualität, dann leiden Frauen daran umfassender und möglicherweise schwerwiegender als Männer. Ihre sexuellen Probleme werden jedoch im klinischen Umfeld oft nicht erkannt und bleiben unbehandelt, denn nur 20–34 % der Betroffenen suchen aktiv Hilfe bei einem Arzt. Die Auslöser mangelnder Libido können vielfältig sein und neben stressigen Lebensphasen auch an bestehende Medikationen, den demografischen Hintergrund, Probleme in der Partnerschaft oder Umstellungen der Hormone z. B. in den Wechseljahren gekoppelt sein. Pharmakotherapeutisch stehen jedoch nur relativ wenige Optionen für die Behandlung zur Verfügung. Neben einer nur in der Off-Label-Anwendung möglichen Verabreichung von transdermalem Testosteron oder Dehydroepiandrosteron, der Überweisung an andere Fachgebiete oder einer interdisziplinären Zusammenarbeit kann ein möglicher Baustein der Behandlung in der Verwendung geeigneter Phytopharmaka liegen. Durch eine Gesamtwirkung der beobachteten Einzelwirkungen von Inhaltsstoffen der Pflanze Damiana (Turnera diffusa) aus der Familie der Safranmalven (Turneraceae) können daraus hergestellte Arzneimittel eine gute Behandlungsoption mit einem positiven Einfluss auf eine verminderte Libido darstellen.
Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Einleitung: sexuelle Unlust – Epidemiologie, Ursachen, Behandlungsoptionen

Sexuelle Unlust bei Frauen ist, im Gegensatz zur funktionellen und klar definierbaren erektilen Dysfunktion des Mannes, eine multifaktorielle und oft nicht auf einzelne Auslöser zurückzuführende Symptomatik. Hinter ihr verbergen sich meist sowohl psychische, körperliche als auch emotionale Ursachen, die häufig kombiniert und nur schwer differenzierbar auftreten.
Da die sexuelle Gesundheit jedoch untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden ist [1], verwundert es nicht, dass die Studie „Gesundheit und Sexualität in Deutschland“ (GeSiD) gezeigt hat, dass mehr als die Hälfte der Frauen im Laufe ihres Lebens bereits von vermindertem sexuellen Verlangen betroffen waren und sich 10,6 % der Betroffenen auch deutlich beeinträchtigt fühlten [2].
Eine Analyse von Daten der National Health and Social Life Survey (NHSLS) in den USA ergab sogar einen Anteil von 33 % Frauen, die unter einem bedeutungsvollen Mangel an sexuellem Interesse litten [3].
Sexuelle Probleme kommen bei Frauen jeden Alters vor. Trotz ihrer Häufigkeit und Auswirkung werden weibliche sexuelle Funktionsstörungen („female sexual dysfunctions“, FSD) im klinischen Umfeld jedoch oft nicht erkannt und bleiben unbehandelt [4].
Ist der Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen das Grundproblem und wird nicht durch eine organische Störung oder Krankheit verursacht, so liegt eine „hypoactive sexual desire disorder“ (HSDD) vor. Die sexuelle Appetenzstörung HSDD ist die häufigste Form der FSD und wird definiert als anhaltend oder wiederholt auftretende/s mangelnde/s (oder fehlende/s) sexuelle/s Fantasien/Verlangen nach sexueller Aktivität, was deutliches Leiden oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten verursacht [5, 6].
Sexuelle Unlust ist also nicht immer auch klinisch bedeutungsvoll, denn sie wird sehr unterschiedlich erlebt und bewertet. Wichtig ist der entstehende individuelle Leidensdruck, also jene Störungen der Libido, die zu einem persönlichen Leidenszustand und/oder einer partnerschaftlichen Belastung werden [7]. Besteht dieser jedoch, so zeigt sich, dass sexuelle Funktionsstörungen mit einer schlechten Lebensqualität verbunden sind, unter welcher Frauen umfassender und möglicherweise schwerwiegender leiden als Männer, dass sie sich aber nur zu 20–34 % aktiv Hilfe bei einem Arzt suchen [3, 8].
Dabei können stressige Lebensphasen, der demografische Hintergrund oder Probleme in der Partnerschaft genauso lustmindernde Effekte haben wie hormonelle Faktoren, z. B. ein durch die Einnahme der Pille ausgelöster Mangel an männlichen Hormonen, eine Entfernung der Eierstöcke, eine vorangegangene Schwangerschaft oder die Umstellung der Hormone in den Wechseljahren. Auch die Behandlung mit Blutdrucksenkern, Beruhigungsmitteln, Antiöstrogenen, Neuroleptika oder Antidepressiva kann als Nebenwirkung zu einem verminderten Lustempfinden führen. Sexuelle Probleme können eine Folge, aber auch ein Warnsignal für eine schwerwiegende Grunderkrankung wie Diabetes, eine Infektion, Erkrankungen des Urogenitaltrakts oder Krebs sein. So können neben Erkrankungen des Unterleibes auch Nierenerkrankungen, Herzkrankheiten, Depressionen oder neurologische Erkrankungen auslösend sein.
Wird die Symptomatik thematisiert, so kann eine genauere Diagnose auch ohne tieferes Fachwissen mit den kurzen Verfahren „Decreased Sexual Desire Screener“ (DSDS) oder „Process Of Care“ (POC), die dem Erkennen von generalisiert erworbener HSDD bei Frauen dienen, erreicht werden [4, 9].
Optionen für einen Einstieg in die Behandlung gibt es viele. So können neben einer gezielten Anamnese und Untersuchung die Aufklärung über sexuelle Nebenwirkungen eines Medikaments und die Veränderungen der sexuellen Funktion im Zusammenhang mit den Wechseljahren sowie der Rat zu einer besseren Kommunikation mit Partnern hilfreich sein. Auch die Umstellung auf ein anderes Verhütungsmittel, die Dosisreduktion, das Absetzen oder Umstellen eines selektiven Serotonin- oder Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers oder anderer Medikamente kann Abhilfe schaffen. Viele sexuelle Gesundheitsprobleme haben jedoch eine biopsychosoziale Ätiologie und erfordern möglicherweise eine multidisziplinäre Behandlung. Dann kann die Überweisung an andere Fachgebiete, wie z. B. Gynäkologie oder Urogynäkologie, Sexualmedizin, Sexualtherapie oder Psychotherapie angezeigt sein [4].
Pharmakotherapeutisch stehen nur relativ wenige Optionen zur Verfügung. Hierzu zählt einerseits die Off-Label-Anwendung von transdermalem Testosteron oder Dehydroepiandrosteron (DHEA). Andererseits kann ein möglicher Baustein der Behandlung in der Verwendung geeigneter Phytopharmaka liegen.
So ist die Pflanze Damiana (Turnera diffusa), besonders ihre Blätter, für ihre aphrodisierenden Eigenschaften seit sehr langer Zeit bekannt. Die erste Erwähnung ihrer Verwendung als Aphrodisiakum stammt bereits aus dem Jahr 1699, als der spanische Missionar Pater Juan Maria de Salvatierra über mexikanische Indianer berichtete, die ein Getränk aus Damiana-Blättern zubereiteten, das als Aphrodisiakum geschätzt wurde, indem sie sie in Wasser einweichten und Zucker hinzufügten [10]. Und auch Tierversuche zeigten eine Verbesserung des Sexualverhaltens sexuell erschöpfter Ratten sowie eine aphrodisierende Wirkung [1115].
Aus diesen Gründen waren und sind Extrakte aus Damiana-Blättern auch immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen. So wurden in In-vitro-Studien eine relaxierende Wirkung auf das Corpus cavernosum, eine Hemmwirkung auf das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE‑5), eine Hemmwirkung auf die Aromatase und eine östrogene Wirkung nachgewiesen. Außerdem wurden eine Angstminderung und Schmerzlinderung erzielt.
Der vollständige Wirkmechanismus von Damiana ist bis heute nicht bekannt, es wird jedoch angenommen, dass eine für pflanzliche Arzneimittel typische Gesamtwirkung aus den beobachteten Einzelwirkungen hervorgeht.

Damiana (Turnera diffusa): aktueller Stand wissenschaftlicher Forschung

Bei sexueller Stimulation kommt es zu einer Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) aus den Endothelzellen und Diffusion in die glatten Muskelzellen. Das bioaktive Molekül NO stimuliert dann seinerseits das Enzym Guanylatzyklase (GC), wodurch wiederum aus Guanosintriphosphat (GTP) zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) gebildet wird [16]. Eine der wichtigsten Funktionen von cGMP ist die Relaxation glatter Muskelzellen, die somit zu einer stärkeren Durchblutung des Gewebes führt (Abb. 1). Diese Entspannung führt bei Männern, ab einer gewissen Schwellenwertkonzentration von cGMP im Schwellkörper, zum Zustandekommen einer Erektion. Jedoch sind die Neurotransmitter für das Anschwellen der klitoralen Schwellkörper denen beim Mann sehr ähnlich, und die Freisetzung von NO hat auch hier eine besondere Bedeutung. Denn ähnlich der männlichen Reaktion führt die gesteigerte NO-Aktivität auch bei Frauen zu einer kavernösen und arteriellen glattmuskulären Relaxation und dadurch zu einer Anschwellung der Klitoris und der genitalen Region [16].
Eine solche entspannende Wirkung von Damiana auf das Corpus cavernosum und somit eine Relaxation der glatten Muskulatur wurde für Dichlormethan- und methanolische Extrakte unter Verwendung von L‑Phenylephrin-vorkontrahierten Streifen des Corpus cavernosum von Meerschweinchen gezeigt. Bei Dosen von 10 mg/ml wurde eine Relaxation von 89 % bzw. 86 % beobachtet. Bei einer Dosis von 5 mg/ml betrugen die erhaltenen Werte 58 % und 62 % Relaxation. Positivkontrollen mit Sildenafilcitrat in einem Dosisbereich von 0,35 bis 35 pg/ml ergaben mäßige Wirkungen bis zu 46 %iger Relaxation bei 35 pg/ml. Als Mechanismus hinter dieser Wirkung wurde von den Autoren eine Beeinflussung des „NO-cGMP pathway“ diskutiert [17].
Eine weitere Arbeitsgruppe analysierte, ob die durch 10 mg/kgKG Damiana entstehende und stärker als durch 10 mg/kgKG Sildenafilcitrat ausgeprägte erhöhte sexuelle Motivation und die gesteigerte sexuelle Leistung sexuell träger Ratten über den NO-Weg ausgelöst werden. Außerdem untersuchte sie, ob solche Effekte auf der Ebene des Gehirns oder des Rückenmarks ausgeübt werden. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse die Annahme stützen, dass die Wirkung eines wässrigen Extrakts von Damiana die Beteiligung des NO-Weges auf zentraler und peripherer Ebene beinhaltet [13].
cGMP wird im weiteren Verlauf der Reaktion durch PDE‑5 in unwirksame Metaboliten abgebaut (Abb. 1). Die vermehrte Durchblutung kann somit durch Hemmung des cGMP-Abbaus mit PDE-5-Inhibitoren verbessert werden. Auch in einem weiblichen Tiermodel führte Sildenafil, ein potenter Hemmstoff der cGMP-spezifischen PDE‑5, zu einer erleichterten Genitalerregung [18]. Daher steht die durch Feistel et al. gezeigte PDE-5-Hemmung durch Damiana-Extrakte gut im Einklang mit der durchblutungsfördernden Wirkung [19, 20].
So zeigten Feistel et al. für einen alkoholischen, gereinigten Trockenextrakt (basierend auf einem Rohextrakt mit 60 %igem Ethanol) in vitro eine inhibitorische Aktivität auf PDE‑5 mit einer mittleren inhibitorischen Konzentration (IC50) von 5 μg/ml sowie für einen 90 %igen ethanolischen Extrakt von Damiana einen IC50-Wert von ~ 30 μg/ml [19, 20].
Auch Testosteron hat einen wesentlichen Einfluss auf die Durchblutung des Gewebes, denn das Androgen wirkt auf das Nervensystem, um die Erektion zu vermitteln. Das zur Gruppe der Stickoxide gehörende NO wird von der NO-Synthase (NOS) gebildet, und es konnte nachgewiesen werden, dass die Bildung der NOS in nitrergen Nervenendigungen deutlich von der Höhe der Testosteronkonzentration abhängt [21]. Ist kein Testosteron vorhanden, kann es zu einer Herunterregulierung sowohl der Produktion als auch der Aktivität von NO kommen, wodurch die Reaktion auf periphere Stimulation über den NO-Weg verringert wird [22]. Ebenso ist die Expression von PDE‑5 von Testosteron abhängig [21]. Aber nicht nur auf die Erektion, auch auf die Libido hat Testosteron einen großen Einfluss und wirkt auf diese fördernd. Die Wiederherstellung des normalen Testosteronspiegels bei Männern mit nachgewiesenen subnormalen Testosteronspiegeln verbesserte bei den meisten Probanden die Libido und bei mehr als 50 % dieser Männer die erektile Funktion [23]. Und auch für die Libido bei Frauen spielt Testosteron eine entscheidende Rolle. Androgene sind auch bei Frauen insbesondere bei der Stimulierung des sexuellen Motivationsverhaltens, der Aufrechterhaltung eines optimalen sexuellen Verlangens und möglicherweise bei der sexuellen Befriedigung wichtig. Zudem korreliert ein niedriger Testosteronspiegel mit einer verringerten Koitalfrequenz und einem Verlust des sexuellen Verlangens [24]. Normalerweise wird Testosteron durch sexualhormonbindendes Globulin (SHBG) oder Albumin gebunden, und nur 1–2 % des gesamten Testosterons zirkulieren ungebunden. Im Allgemeinen wird angenommen, dass die nicht-SHBG-gebundene Fraktion biologisch aktiv ist [24].
Durch das Enzym Aromatase wird Testosteron in Östrogen umgesetzt (Abb. 2). In diesem Kontext bringen die Ergebnisse von Zhao et al. [25] 2008 einen weiteren spannenden Ansatz für die Wirkmechanismen von Damiana mit sich.
Für einen methanolischen Extrakt zeigte sich eine dosisabhängig hemmende Wirkung gegenüber Aromatase (gewonnen aus Hep-2-Zellen). In einer Konzentration von 93,0 µg/ml war die Wirkung ähnlich stark wie bei 10 µM der Positivkontrolle Aminoglutethimid, und der IC50-Wert wurde auf 63,1 µg/ml bestimmt. Die Auswirkungen von 24 aus den Damiana-Blättern isolierten Einzelverbindungen auf die Aromataseaktivität wurden ebenfalls untersucht. Unter den 24 getesteten Verbindungen zeigten Pinocembrin und Acacetin mit IC50-Wert von 10,8 bzw. 18,7 µM die stärkste Hemmung. 10 µM dieser aus dem Extrakt isolierten Komponenten unterdrückten die Aromataseaktivität zu 50,5 % bzw. 42,6 %. Da die sexuelle Funktion mit dem Testosteronspiegel in Verbindung steht und der Extrakt von Damiana die Aromataseaktivität signifikant unterdrücken kann, halten es die Autoren für möglich, dass die Einnahme von Extrakten aus dieser zu einer Erhöhung des Testosteronspiegels im Blut führen könnte [25].
In der gleichen Veröffentlichung konnte in einem Hefeöstrogenscreening(YES)-Test eine östrogene Wirkung für Damiana gezeigt werden. Es trat für den methanolischen Gesamtextrakt bei 250 µg/ml eine schwache Östrogenaktivität von 9 % auf. Die isolierten Bestandteile Apigenin-7-Glucosid, Z‑Echinacin und Pinocembrin zeigten eine östrogene Aktivität von 85 %, 15 % und 15,8 % mit einer höchsten effektiven Dosis von 31 µM, 125 µM und 250 µM und mit einer mittleren effektive (Wirk‑)Konzentration (EC50) von 10 µM, 20 µM und 67 µM, während die Positivkontrolle 17β-Estradiol einen EC50-Wert von 4,5 nM zeigte. Der EC50-Wert von 17β-Estradiol liegt somit mehr als den Faktor 2000 höher im Vergleich zu Apigenin-7-Glucosid [25].
Eine direkte hormonelle Wirkung von Damiana ist jedoch nicht zu erwarten. Denn ein 50 %iger ethanolischer Extrakt (g/10 ml) zeigte in intakten menschlichen Brustkrebszellen zwar eine Bindung von 6 µg Progesteronäquivalenten/2 g trockenes Kraut an intrazelluläre Rezeptoren für Progesteron (PR), jedoch keinen funktionellen Effekt: Er wurde daher als neutral eingestuft. Zudem konnte keine relevante Bindung an Estrogenrezeptoren (ER) nachgewiesen werden. Auch eine wachstumshemmende Wirkung, die nicht mit dem Vorhandensein von ER zusammenhängt, wurde nicht nachgewiesen [26].
Ist die sexuelle Unlust eher auf eine stressige Lebensphase oder innere Anspannung zurückzuführen, so kann die anxiolytische Wirkung von Damiana hilfreich sein.
Diese angstlösende Wirkung, welche gleich in mehreren Veröffentlichungen gezeigt werden konnte, wird auf das enthaltene Apigenin (4’,5,7-Trihydroxyflavon) zurückgeführt (Tab. 1).
Tab. 1
Übersicht der Literaturquellen zur angstlösenden Wirkung von Damiana (Turnera diffusa) bzw. des darin enthaltenen Apigenins im Tiermodell
Referenz
Testsystem
Substanz/Ergebnis
Vergleichssubstanz/Ergebnis
Kumar et al. 2005 [27]
LACA-Mäuse
Signifikant angstlösende Wirkung eines methanolischen Extraktes (25 mg/kgKG)
Vergleichbar mit Diazepam 2,0 mg/kgKG
Kumar et al. 2005 [28]
LACA-Mäuse
Signifikant angstlösende Wirkung 3 ethanolischer Urtinkturen (85 %iger Ethanol)
Vergleichbar mit Diazepam 2,0 mg/kgKG
Kumar et al. 2006 [29]
LACA-Mäuse
In einem methanolischen Extrakt (250 g) enthaltenes Apigenin (2 mg/kgKG) ist verantwortlich für die angstlösende Wirkung
Vergleichbar mit Diazepam 2,0 mg/kgKG
Kumar et al. 2008 [30]
LACA-Mäuse
Apigenin (2 mg/kgKG) hat eine angstlösende Wirkung
Vergleichbar mit Diazepam 2,0 mg/kgKG
Apigenin zeigt dosisabhängig exzellent schmerzlindernde Wirkung
Vergleichbar mit Morphium 5 mg/kgKG
Estrada-Reyes et al. 2013 [13]
Wistar-Ratten
Ein wässriger Extrakt (10 mg/kgKG) erzeugte bei männlichen Ratten eine anxiolytische Wirkung
So zeigten Kumar et al., dass ein methanolischer Extrakt aus den oberirdischen Teilen von Damiana, unter Verwendung eines erhöhten Plus-Labyrinth-Tests und einer oralen Dosis von 25 mg/kgKG eine mit 2 mg/kgKG Diazepam vergleichbare signifikant anxiolytische Wirkung aufwies. Die Aktivität nahm jedoch bei höheren Dosen ab, was die Autoren auf eine mögliche leichte Sedierung zurückführten. Der bioaktive Methanolextrakt wurde dann mit Petrolether, Chloroform und n-Butylalkohol ausgeschüttelt, und alle erhaltenen Fraktionen sowie der verbleibende Restmethanolextrakt wurden einzeln auf anxiolytische Aktivität untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die n-Butylalkohol-Fraktion und der verbleibende Restmethanolextrakt bei einer Dosis von 10 mg/kgKG bzw. 75 mg/kgKG signifikant anxiolytische Aktivität zeigten, für welche die Flavonoide/Alkaloide, die in der n-Butylalkohol-Fraktion enthalten sind, verantwortlich sein könnten. Der Gehalt an anxiolytischen Komponenten im Methanolextrakt war etwa 3‑mal so hoch wie in der verbleibenden methanolischen Fraktion [27].
Die gleiche Arbeitsgruppe untersuchte zudem 3 ethanolische Urtinkturen (85 %ig) auf ihre anxiolytische Aktivität. Eine Urtinktur ist im Wesentlichen ein alkoholischer Extrakt, der gemäß den in der homöopathischen Pharmakopöe beschriebenen Verfahren hergestellt wird. Ebenfalls unter Verwendung eines erhöhten Plus-Labyrinth-Tests zeigten sich mit 2 mg/kgKG Diazepam vergleichbare, signifikante Wirkungen der Urtinkturen bei unterschiedlichen oralen Dosierungen (50 mg/kgKG, 75 mg/kgKG bzw. 125 mg/kgKG, je nach Hersteller). Solche Dosisunterschiede können in der Beimengung weiterer angstlösender Substanzen oder qualitativen und/oder quantitativen Verschiedenheit der Ausgangsmaterialien begründet sein. Auch in diesem Versuch nahm die Aktivität bei höheren Dosen wahrscheinlich aufgrund einer dann einsetzenden sedativen Wirkung ab. Alle 3 Urtinkturen wiesen in einem phytochemischen Screening ähnliche Klassen an pflanzlichen Inhaltsstoffen auf. Die Autoren schlossen aus diesem Screening, dass Flavonoide, Alkaloide oder Steroide für die anxiolytische Aktivität verantwortlich sein könnten [28].
Aber auch ein wässriger Extrakt von Damiana (10 mg/kgKG) konnte eine anxiolytische Wirkung erzeugen [13].
Weitere Forschung zeigte, dass für die anxiolytische Wirkung (vergleichbar mit 2,0 mg/kgKG Diazepam) eines methanolischen Extraktes aus Damiana (250 g) das enthaltene Apigenin (2 mg/kgKG) verantwortlich ist. Ziel der Untersuchung war es, den/die bioaktiven Bestandteil(e) aus Damiana unter Verwendung einer bioaktivitätsgesteuerten Fraktionierung zu isolieren. Hierfür wurde der methanolische Extrakt mit einem Lösungsmittelgradienten (Chloroform, Chloroform/Methanol, Methanol/Acetonitril) über Kieselgel fraktioniert, und die 130 erhaltenen Fraktionen wurden entsprechend ihren Dünnschichtchromatographieprofilen zu 7 Fraktionen (F1–F7) gepoolt. Von diesen zeigte nur eine Fraktion (F5) signifikant anxiolytische Wirkung (10 mg/kgKG). In einem phytochemischen Screening konnten in dieser Fraktion Flavonoide und Alkaloide nachgewiesen werden. Diese Fraktion wurde erneut in 7 Unterfraktionen aufgetrennt, von welchen nur Fraktion 5.3 die signifikant anxiolytische Wirkung (5 mg/kgKG) zeigte und ausschließlich Flavonoide enthielt. Eine Dünnschichtchromatographie (Toluen:Chloroform:Aceton; 8:5:7) von Fraktion 5.3 ergab im Weiteren 2 isolierbare Reinsubstanzen (K1 und K2). Nur die Substanz K1 (2 mg/kgKG) zeigte eine signifikant anxiolytische und mit 2,0 mg/kgKG Diazepam vergleichbare Wirkung. Sie wurde als Apigenin (Schmelzpunkt, UV und NMR-Spektrum, Referenzvergleich) identifiziert und dieses somit von den Autoren als die Substanz mit angstlösender Aktivität in Damiana festgestellt [29].
In einer nachfolgenden Untersuchung wurde Apigenin als bioaktives Prinzip von Damiana von der gleichen Arbeitsgruppe einer genaueren pharmakologischen Bewertung unterzogen. Es zeigte sich, dass Apigenin (2 mg/kgKG) signifikant die Anzahl der „head-dippings“ im Lochbrett-Test erhöhte sowie die Zeit bis zum Verlassen des hellen Areals und die Aufenthaltszeit im hellen Areal im Licht-Dunkel-Test verlängerte. Die Zeit bis zum Betreten eines Spiegelzimmers konnte gesenkt werden, und die Aufenthaltszeit im bzw. die Anzahl der Eintritte in das Spiegelzimmer erhöhte sich (jeweils vergleichbar mit 2,0 mg/kgKG Diazepam). Mit all diesen Beobachtungen bestätigten die Autoren die anxiolytische Aktivität von Apigenin. Wiederholt präsentierte sich auch die Dosisabhängigkeit der Wirkung und zeigte, dass bei 12-fach erhöhter Dosierung (25 mg/kgKG) leicht sedierende Effekte auftraten, nicht jedoch bei geringerer Dosierung (5, 10 mg/kgKG) und auch nicht vergleichbar mit Diazepam (10 mg/kgKG). Apigenin zeigte dosisabhängig in diesen Versuchen zudem exzellent schmerzlindernde Wirkung vergleichbar zu Morphium (5 mg/kgKG) mit einem maximalen Effekt nach 30 min (10 mg/kgKG). Dieser bleibt für 4 h signifikant erhalten [30].
Bekannt ist, dass Flavonoide, wie z. B. auch Apigenin, durch eine Vielzahl von Wechselwirkungen mit verschiedenen Rezeptoren und Signalsystemen, einschließlich γ‑Aminobuttersäure(GABA)-Rezeptoren (Abb. 3), eine Wirkung auf das Zentralnervensystem (ZNS) haben, u. a. auch eine angstlösende Wirkung. Die natürlich vorkommende Aminosäure GABA ist der primäre inhibitorische Neurotransmitter im Gehirn von Säugetieren, der von bis zu 40 % der Neuronen freigesetzt wird. Apigenin wird als negativer Modulator der GABA-Wirkung beschrieben und hat komplexe modulatorische Wirkungen auf GABAA-Rezeptoren [31]. Eine weiterer Mechanismus für die Wirkung von Apigenin ist eine verringerte Aktivierung von N‑Methyl-D-Aspartat(NMDA)-Rezeptoren durch L‑Glutaminsäure [31]. Denn Apigenin hat nicht nur eine antagonistische Wirkung auf GABA-, sondern auch auf NMDA-Kanäle, und die hemmende Wirkung auf die glutamaterge Übertragung könnte die in vivo berichteten beruhigenden Wirkungen erklären [32]. Apigenin scheint somit die Funktion des inhibitorischen GABA-Systems zu verstärken und gleichzeitig die Wirkung des exzitatorischen Glutamatsystems zu reduzieren.
In Übereinstimmung mit den Erkenntnissen zu diesen Wirkmechanismen ließen sich bei einer 31-jährigen Frau nach Einnahme eines aus Damiana hergestellten Arzneimittels (Remisens®, Schaper & Brümmer GmbH & Co. KG, Salzgitter, Deutschland) entsprechende Veränderungen der elektrischen Aktivität des Gehirns nachweisen. Hierfür wurden vor und 90 min nach der Einnahme (225 mg Trockenextrakt, DEV = 5-7:1, Ethanol 90 % [V/V]) die Hirnaktivitäten im entspannten Zustand und während verschiedener kognitiver und emotionaler Herausforderungen mittels EnkephaloVision untersucht (u. a. ein d2-Konzentrations- und Ausdauertest, ein Gedächtnistest, ein Bildvergleich, ein Stroop-Test und das Anschauen erotischer Bilder sowie eines erotischen „Chippendale“-Videos). Nach der Einnahme von Damiana und im entspannten Zustand zeigte sich ein Anstieg der spektralen α‑Leistung im Zentrum und in der parietalen Region des Kortex sowie im okzipitalen Kortex des Gehirns, welcher als Ausdruck eines höheren Entspannungszustands und weniger Angst interpretiert werden kann. Zudem wurden während der Durchführung des d2-Konzentrations- und Ausdauertests eine Zunahme der spektralen δ‑Leistung im Frontalhirn und eine Abnahme der α‑Spektral-Leistung in den Zentral- und Parietallappen beobachtet. Während der Betrachtung erotischer Bilder stiegen die δ‑ und θ‑Spektral-Leistung in frontalen und temporalen Regionen. Ähnliche Ergebnisse wurden beim Betrachten des erotischen Videos erhalten. Eine Erhöhung der spektralen Leistung von δ und θ weist auf einen höheren Zustand der mentalen Aktivierung hin [33].
Zusammenfassend zeigen Extrakte aus Damiana (Turnera diffusa) verschiedene Wirkmechanismen, welche einen positiven Beitrag bei der Behandlung der unterschiedlichen Ursachen sexueller Unlust bei Frauen leisten können.

Fazit für die Praxis

Die vorgestellten Wirkmechanismen geben gute Hinweise darauf, dass Arzneimittel aus Damiana einen positiven Einfluss auf eine verminderte Libido nehmen können. Apigenin scheint hierbei ein wirksamkeitsbestimmender Bestandteil der anxiolytischen und schmerzlindernden Aktivität zu sein. Beide Aktivitäten können eine wichtige Rolle spielen, und gerade die angstlösenden Effekte können helfen den Kopf zu befreien. Darüber hinaus führt der Gesamtextrakt zu einer Relaxation der glatten Muskulatur und somit, vermutlich über den NO-cGMP pathway, zu einer durchblutungsfördernden Wirkung, welche ihren Beitrag über die Intensivierung der Erregung leisten kann. Des Weiteren kann die aromatasehemmende Wirkung des Gesamtextraktes durch die Steigerung freien Testosterons zur Stärkung der Lust führen. Als phytotherapeutisch zugelassenes Arzneimittel in entsprechender Dosierung (z. B. Remisens®, eine Filmtablette dreimal täglich) kann ein Therapieversuch somit sinnvoll sein oder weitere Maßnahmen als Baustein der Therapie ergänzen.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

J.-C. Kuchernig ist Mitarbeiterin der Schaper & Brümmer GmbH & Co. KG.
Für diesen Beitrag wurden von der Autorin keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Metadaten
Titel
Sexuelle Unlust – Wirkmechanismen des natürlichen Aphrodisiakums Damiana (Turnera diffusa)
verfasst von
Dr. Jennifer-Christin Kuchernig
Publikationsdatum
04.06.2021
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Schweiz / Ausgabe 3/2021
Print ISSN: 1995-6924
Elektronische ISSN: 2520-8500
DOI
https://doi.org/10.1007/s41975-021-00193-0

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