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Sechstausender des Willens

  • 24.02.2026
  • Leben
  • Zeitungsartikel

Eine Expedition auf den Aconcagua zeigt, was Transplantationsmedizin und Leidenschaft für die Berge schaffen können.

Acht Lungentransplantierte bestiegen im Jänner den Aconcagua. MedUni Wien


Es gibt Gipfel, die mehr sind als geografische Punkte auf einer Karte. Der 6.961 Meter hohe Aconcagua in den argentinischen Anden gehört dazu – ein Ort, an dem die Luft dünn wird und dem menschlichen Körper unmissverständlich die Grenzen aufgezeigt werden. Dass ausgerechnet acht Menschen mit transplantierten Lungen dort oben standen, klingt paradox. Doch genau das geschah im Jänner 2026.

Die Bergsteiger-Gruppe bestand aus Patienten aus fünf Ländern, begleitet von Medizinerinnen und Medizinern, die nicht nur Sicherungsseile und Sauerstoffwerte im Blick hatten, sondern auch eine wissenschaftliche Fragestellung: Wie reagiert ein transplantiertes Organ unter extremen Höhenbedingungen? Während des Aufstiegs wurden kontinuierlich Daten erhoben, untersucht und dokumentiert. Nun werden sie in Wien ausgewertet – ein Forschungsprojekt, das sportliche Ambition und klinische Neugier vereint. Ins leben gerufen wurde die Expedition von den Chirurgen Peter Jaksch und Jakob Mühlbacher, unterstützt wurden sie von Clemens Aigner, dem Leiter der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie. Pulswerte, Sauerstoffsättigung, Belastungsparameter – jede Etappe lieferte Daten. Das Team wollte verstehen, wie transplantierte Lungen auf Hypoxie reagieren und welche Anpassungsstrategien der Körper entwickelt.

Die Besteigung wurde von der MedUni Wien initiiert und von einem Ärzteteam des AKH Wien begleitet.

Titel
Sechstausender des Willens
Publikationsdatum
24.02.2026
Bildnachweise
Bild/© MedUni Wien