Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

18.09.2020 | Originalien | Ausgabe 3/2020

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 3/2020

Schichtarbeit und Hypogonadismus

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich > Ausgabe 3/2020
Autoren:
Michael Eisenmenger, Yasmin Frank-Dastmaltschi, MSc, MBA Univ.-Prof. Dr. Georg Endler
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

In Österreich sind rund 744.000 Erwerbstätige Schichtarbeiter. Da der Mensch eine tageszyklische Spezies ist, löst die Schichtarbeit Störungen der zirkadianen Rhythmik aus. Ziel der Studie ist es, den Zusammenhang zwischen Schichtarbeit, Übergewicht und Hypogonadismus aufzuzeigen. Im Rahmen eines Männergesundheitstages wurden bei Mitarbeitern des österreichischen Bundesministeriums für Inneres Serumtestosteron, PSA und, mittels bioelektrischer Impedanzanalyse, die Körperzusammensetzung bestimmt. Die Teilnehmer mussten in einem Fragebogen angeben, ob sie Schichtdienst leisten und ob sie an Schlafstörungen („shift work sleep disorder“), leiden. Ein Testosteronmangel wurde mit einem Wert <3,5 ng/ml und Übergewicht mit einem Body-Mass-Index >25 definiert. Bei 36 Männern konnten die Daten ausgewertet werden, 12 davon leisteten Schichtdienst. Bei unserer Studie mit älteren Teilnehmern hatten fast 60 % der Probanden mit Schichtdienst verminderte T‑Spiegel (Testosteronspiegel) mit einem um ~25 % niedrigeren Gesamt‑T. Personen mit Schlafstörungen hatten deutlich niedrigere T‑Werte. Die Parameter für die Körperzusammensetzung, wie Körpergewicht, BMI und Fettanteil, zeigten bei der Gruppe der Schichtarbeiter höhere Werte. Bei ~30 % fand sich ein erhöhter PSA-Wert. Diese Ergebnisse spiegeln wider, dass Schichtarbeit mit einem deutlich höheren PSA assoziiert ist. Das Prostatakarzinomrisiko steigt um ~2,8 %/5 Jahre, und im Schnitt haben Schichtarbeiter ein relatives Risiko von ~1,2 (95 %-KI: 1,1–1,5). Schichtarbeit ist ein Risikofaktor für Adipositas, Hypogonadismus und Prostatakarzinom. Ein Großteil der Beschäftigten toleriert allerdings Schichtarbeit ohne Probleme, wobei Schlafstörungen ursächlich zu einer verminderten Toleranz und niedrigeren Testosteronspiegel führen können.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 3/2020

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 3/2020 Zur Ausgabe