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Rheumatische Erkrankungen und Depression

  • 23.01.2026
  • Originalien

Zusammenfassung

Rheumatologische Grunderkrankungen sind durch chronische Inflammation, Schmerzen, Funktionsverlust und psychosoziale Belastung gekennzeichnet. Depressionen zählen zu den häufigsten psychiatrischen Komorbiditäten und treten bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis (RA) etwa doppelt so häufig auf wie in der Allgemeinbevölkerung. In der Salzburger Paracelsus-10.000-Studie zeigte sich bei RA-Betroffenen eine adjustierte Odds Ratio von 2,3 für depressive Symptome. Neben psychosozialen Faktoren scheinen auch inflammatorische und neuroendokrine Mechanismen zur Pathogenese beizutragen. Proinflammatorische Zytokine wie Interleukin(IL)‑6 und Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF‑α) scheinen über den Tryptophan-Kynurenin-Stoffwechsel serotonerge Signalwege zu beeinflussen und zu einer „inflammatorischen Depression“ zu führen. Antirheumatika, insbesondere Biologika und Janus-Kinase(JAK)-Inhibitoren, können depressive Symptome indirekt durch eine Reduktion der Krankheitsaktivität bessern, während Glukokortikoide dosisabhängig das Risiko für affektive Störungen erhöhen. Ein integratives Behandlungskonzept, das somatische, psychologische und soziale Dimensionen berücksichtigt, ist entscheidend, um Lebensqualität, Therapieadhärenz und Langzeitoutcome zu verbessern.
Titel
Rheumatische Erkrankungen und Depression
Verfasst von
OA Dr. med. univ. Mathias Ausserwinkler, MSc.
Publikationsdatum
23.01.2026
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
rheuma plus
Print ISSN: 1868-260X
Elektronische ISSN: 2191-2610
DOI
https://doi.org/10.1007/s12688-025-00925-1
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