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Erschienen in: Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel 2/2021

Open Access 08.06.2021 | Fallbericht

Quiz: Schwere Knochen!?

verfasst von: Simon Geiger, PD Dr. med. univ. Karin Amrein

Erschienen in: Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel | Ausgabe 2/2021

Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Fallbericht

Die 29-jährige Frau J. stellt sich im Rahmen einer Kontrolluntersuchung vor. Sie wurde aufgrund eines therapieresistenten Morbus Basedow und eines Knotens in der Schilddrüse im November 2017 thyreoidektomiert, abgesehen von einem BMI von 45 ist sie gesund. In der Knochendichtemessung mittels DXA im April 2021 zeigen sich überdurchschnittlich hohe Werte (Abb. 1).
Welche Ursache könnte die hohe Knochendichte haben?
a)
Die Patientin hat an einer klinischen Studie mit Romosozumab teilgenommen.
 
b)
Familiäres Osteopetrose-Syndrom
 
c)
Postoperativer Hypoparathyreoidismus
 
d)
Myelofibrose
 
e)
Morbus Paget
 

Auflösung: Postoperativer Hypoparathyreoidismus mit Parathormonersatztherapie

Frau J. entwickelte bereits kurz nach der Operation eine ausgeprägte Hypokalzämie, die initial mittels Kalziumtabletten therapiert wurde. Ihre Symptome persistierten jedoch und umfassten Parästhesien, Fatigue, Brain Fog, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und verschlechterten sich im Verlauf deutlich. Nach einem halben Jahr befanden sich ihre Hände täglich 6 bis 8 h in Pfötchenstellung. Erst nach Vorstellung beim Hausarzt und Bestimmung des Parathormons wurde die Diagnose eines Hypoparathyreoidismus gestellt. Nach einjähriger unzureichender Standardtherapie wurde eine Parathormonersatztherapie eingeleitet, woraufhin sich die Symptome und Lebensqualität deutlich besserten. Zum Zeitpunkt der Knochendichtemessung war die Therapie mit rhPTH (1-84) bereits eineinhalb Jahre erfolgt. Die hohe Knochendichte erklärt sich durch die Kombination aus Hypoparathyreoidismus, Therapie mit rhPTH (1-84) und Übergewicht. Mögliche Differenzialdiagnosen einer Zunahme der Knochendichte sind im Nachfolgenden aufgelistet (Tab. 1).
Tab. 1
Ausgewählte Differenzialdiagnosen erhöhter Knochendichte
Übergewicht [1]
Primäre Myelofibrose (progrediente Knochenmarkfibrose) [2]
Fluorose (Fluoridvergiftung) [3]
Osteoblastische Metastase bei Mamma-Ca
Histiozytose [4]
Tuberöse Sklerose [5]
Östrogentherapie [6]
Hypoparathyreoidismus [7]
Therapie mit Romosozumab [8]
Therapie mit rhPTH 1‑84 [9]
Osteopetrose [10]
Osteom oder Osteosarkom
Morbus Paget [11]
Melorheostose/Léri-Syndrom [12]

Danksagung

Wir danken der Patientin für die Bereitstellung ihrer Daten und die kritische Durchsicht.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

S. Geiger und K. Amrein geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien. Für Bildmaterial oder anderweitige Angaben innerhalb des Manuskripts, über die Patienten zu identifizieren sind, liegt von ihnen und/oder ihren gesetzlichen Vertretern eine schriftliche Einwilligung vor.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
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Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://​creativecommons.​org/​licenses/​by/​4.​0/​deed.​de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Literatur
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Metadaten
Titel
Quiz: Schwere Knochen!?
verfasst von
Simon Geiger
PD Dr. med. univ. Karin Amrein
Publikationsdatum
08.06.2021
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel / Ausgabe 2/2021
Print ISSN: 1998-7773
Elektronische ISSN: 1998-7781
DOI
https://doi.org/10.1007/s41969-021-00137-w