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03.07.2019 | originalarbeit

Psychosoziale berufliche Rehabilitation in einer Arbeitswelt 4.0 – Zwischen Anforderungen und Bedürfnissen

Zeitschrift:
neuropsychiatrie
Autoren:
Mag. Martin Böhm, Barbara Stiglbauer
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Hintergrund

Ziel der hier vorliegenden Studie war es unter Einbezug unterschiedlicher Perspektiven von Teilnehmern (TN), Mitarbeitern (MA) und Führungskräften (FK) eines Anbieters der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen in Österreich zukünftige Anforderungen des Arbeitsmarktes und die daran gebundenen Bedürfnisse von Beschäftigten zu untersuchen. Das Angebot der psychosozialen beruflichen Rehabilitation des Sozialunternehmens umfasst zwei Haupttypen von Unterstützungsleistungen: Beratungs- und Begleitungsleistungen und Trainings- und Beschäftigungsleistungen.

Methodik

Die Studie wurde mittels quantitativen und qualitativen Methoden durchgeführt. Insgesamt wurden N = 188 MA und N = 620 TN der Beratungs- und Begleitungs- bzw. Trainings- und Beschäftigungsleistungen des Rehabilitations-Anbieters mittels eines Online-Fragebogens zu den Bedürfnissen an einen Arbeitsplatz und den zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes befragt. Die Rücklaufquote betrug bei den TN 40,81 % (n = 253) und bei den MA 54,79 % (n = 103). Mittels eines qualitativen leitfadengestützten Interviews wurden sechs Führungskräfte befragt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung der Vermittlung von Kompetenzen in Bezug auf neue Technologien (Medien Kompetenz) sowie die Entwicklung und Optimierung von Stressresistenz (Widerstandsfähigkeit) und allgemein der sozialen Kompetenz. Die Vorbereitung auf diese Kompetenzen beurteilen die MA und TN der Beratungs- und Begleitungsleistungen besser als die MA und TN der Trainings- und Beschäftigungsleistungen, welche hingegen die Vorbereitung auf handwerkliche Fertigkeiten besser einstuften.

Fazit für die Praxis

Während die Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Widerstandsfähigkeit relativ gut gelingt, sollte die Förderung von Medien Kompetenzen intensiviert werden. Viele Bedürfnisse der TN sind durch den zukünftigen Arbeitsmarkt nur mehr einigermaßen gut erfüllbar. Der Wegfall von Arbeitsplätzen im Produktionsbereich und die Zunahme an Komplexität und technischem Know-How führen zunehmend zu Vermittlungsschwierigkeiten in den 1. Arbeitsmarkt und bedingen einen 2. Arbeitsmarkt.

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Literatur
Über diesen Artikel