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10.04.2018 | Psychiatrie Psychosomatik Psychotherapie | originalarbeit | Ausgabe 4/2018 Open Access

neuropsychiatrie 4/2018

Kulturelle Unterschiede bezüglich der depressiven Störung und Bindungsorientierung

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 4/2018
Autoren:
Elif Gündüz, Barbara H. Juen, Willi Geser, Ahmet Ayer, Eberhard A. Deisenhammer
Wichtige Hinweise
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

Zusammenfassung

Grundlagen

Bindung ist ein kulturübergreifender, psychologischer Parameter, der durch Kindheitserfahrungen geformt wird. Obwohl das Bindungskonstrukt zur Stabilität neigt, können verschiedene, auch kulturelle Einflussfaktoren im Laufe des Lebens zu Veränderungen der Bindungsqualität führen. Das Beispiel der depressiven Störung im Erwachsenenalter macht die Bedeutsamkeit des kulturellen Hintergrundes anhand der klinisch differenten Manifestation der Symptome deutlich.

Methodik

In der vorliegenden Studie wurden inter- und intrakulturelle Unterschiede hinsichtlich der Bindungsqualität der drei Untersuchungsgruppen Türken im Heimatland, türkische Migranten und Österreicher (N = 297) mittels des Selbstbeurteilungsfragebogens RSQ untersucht. Innerhalb aller drei Gruppen wurde jeweils eine gesunde Vergleichs- (N = 153) sowie eine aktuell in einer depressiven Episode befindliche Patientengruppe (N = 144), die entweder stationär oder ambulant behandelt wurde, untersucht.

Fragestellung

Moderiert die Kultur einen Zusammenhang zwischen der depressiven Erkrankung und der Bindungsorientierung im Erwachsenenalter?

Ergebnisse

Interkulturell betrachtet waren die Vergleichs- im Gegensatz zu den Patientengruppen in allen Bindungsparametern als sicherer gebunden einzustufen. Während die österreichische Vergleichsgruppe dabei die sicherste Bindungsorientierung zeigte, wiesen die österreichischen Patienten, gefolgt von den Migranten, die höchste Unsicherheit auf. Im Vergleich der depressiven und gesunden Türken waren hingegen keine signifikanten Unterschiede feststellbar.

Schlussfolgerung

Die Kultur zeigt somit signifikante Effekte in Bezug auf die depressive Störung und die Bindungsdimensionen.
Literatur
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