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22.08.2022 | Praxis und Beruf

Ein Werk-, aber kein Spielzeug

verfasst von: Martin Krenek-Burger

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Die Kombination aus Wissenschaft und selbstlernender Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr, sondern längst in unserem Alltag integriert. Viele Anwendungen werden im Tech-Jahrbuch „KI in der Praxis / Applying AI“ beleuchtet.

„Machine learning“ – das klingt hochgestochen, doch jeder, der ein Smartphone besitzt, kennt diverse Anwendungen. Man denke nur an die Texterkennung, auch „predictive typing“ genannt, an das biometrische Entsperren des Handys mittels Fingerabdruck oder an die Sprachsteuerung „Siri“. Im Gesundheitswesen sind diagnostische Verfahren zu nennen, die Interpretation von Röntgenbildern oder auch die Vorhersage des Risikos, wie schwer man an COVID-19 erkranken wird.

„Es gibt viele weitere KI-Methoden, die alle bestimmte Stärken und Schwächen haben“, sagt Martin Kugler, der Redakteur des Jahrbuchs zu den Alpbacher Technologiegesprächen 2022 – Titel des Werks: „KI in der Praxis/Applying AI“: Besprochen werden u. a. die automatische Erkennung von Fake News oder von Cyberangriffen oder auch die Entwicklung von Robotern zur Reparatur defekter Geräte.

Sicherheitsanalysen problematisch

Ein problematischer Punkt sind Anwendungen, bei denen es um Sicherheit geht, denn KI-Systeme liefern stets nur Wahrscheinlichkeiten, gibt der KI-Forscher und Datenanalytiker des AIT Austrian Institute of Technology, Ross King, zu bedenken: „Sicherheit passt nicht mit Wahrscheinlichkeitsaussagen zusammen. Ich bin sehr skeptisch bei sicherheitskritischen Anwendungen: Hier kann man den Menschen nicht komplett ersetzen.“

Dass durch KI-Methoden jedenfalls fantastische neue Möglichkeiten erwachsen, sieht auch die Wissenschaftsforscherin Dr. Helga Nowotny als gegeben an. „Wir stehen erst am Anfang des Potenzials von KI. Wir müssen erst lernen, die enormen Datenmengen, über die wir jetzt verfügen, besser zu nützen“, sagt Nowotny. Sie verspricht sich davon, kausale Zusammenhänge besser zu verstehen und dadurch zu lernen, unbeabsichtigte Folgen unseres Handelns früher zu erkennen und entsprechend anders zu handeln.

Herausgeber des Jahrbuchs ist, neben dem AIT, der Industrielle und Vizekanzler a. D. Dr. Hannes Androsch. „Wer die Vorherrschaft für Künstliche Intelligenz besitzt, beherrscht die Welt. Das mag übertrieben sein, zeigt aber die Tendenz. Nur wer auf diesem Feld erfolgreich ist, wird auch insgesamt erfolgreich sein.“

Alpbacher Technologiegespräche  25.-27. August 2022, www.ait.ac.at

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Metadaten
Titel
Ein Werk-, aber kein Spielzeug
Publikationsdatum
22.08.2022