Sie können Operatoren mit Ihrer Suchanfrage kombinieren, um diese noch präziser einzugrenzen. Klicken Sie auf den Suchoperator, um eine Erklärung seiner Funktionsweise anzuzeigen.
Findet Dokumente, in denen beide Begriffe in beliebiger Reihenfolge innerhalb von maximal n Worten zueinander stehen. Empfehlung: Wählen Sie zwischen 15 und 30 als maximale Wortanzahl (z.B. NEAR(hybrid, antrieb, 20)).
Findet Dokumente, in denen der Begriff in Wortvarianten vorkommt, wobei diese VOR, HINTER oder VOR und HINTER dem Suchbegriff anschließen können (z.B., leichtbau*, *leichtbau, *leichtbau*).
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen wurden im Jahr 2023 alle MitarbeiterInnen einer großen Bank in Wien eingeladen, an einem Screening zur Erfassung von Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) bzw. Diabetes mellitus teilzunehmen. Dies erfolgte zusätzlich zu einer tourlich angebotenen Vorsorgeuntersuchung. Diese beinhaltete auch eine Blutabnahme, die im medizinischen Zentrum der Bank durchgeführt werden sollte, wobei Cholesterin, Triglyceride, Low-Density-Lipoprotein (LDL), Lipoprotein a Lp(a), High-Density-Lipoprotein (HDL) und HbA1c bestimmt werden sollten, um Probanden, die ein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bzw. für einen Diabetes mellitus aufweisen, frühzeitig erfassen zu können. Den Probanden wurde angeboten, danach eine persönliche Beratung über ihre Befunde zu erhalten und auch entsprechende Empfehlungen für allenfalls daraus folgende Konsequenzen.
Von den mehr als 5000 informierten Personen hatten 307 die Gelegenheit wahrgenommen, sich im Health Center Blut abnehmen zu lassen, und sich damit zu der präventiven Vorsorgeuntersuchung bereiterklärt.
Anzeige
Als Cut-off-Levels wurden für LDL-Cholesterin ein Wert von 130 mg/dl, für Lp(a) > 5 mg/dl und für HbA1c ein Wert > 7 angesetzt.
Von den 307 Personen wurden nach diesen Kriterien bei 231 pathologische Werte festgestellt (Abb. 1).
Abb. 1
Auswertung der Blutproben (n = 231), männlich (n = 89); weiblich (n = 142). Alter Durchschnitt: m: 45,3 J; w: 50,8 J. Chol. Ges. Gesamtcholesterin, LDL‑C Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin, LP(a) Lipoprotein a
In ca. 90 % der Personen mit erhöhten Lipidwerten wurden typische Familienanamnesen berichtet: Herzinfarkt, Schlaganfälle in der Familie.
Ca. 80 % der identifizierten Personen befanden sich ohne bzw. ohne ausreichende Behandlung.
Anzeige
Mittelwerte dieser 231 Personen betrugen für LDL-Cholesterin 242,8 mg/dl, davon hatten 193 Personen Werte über 200 mg/dl. Die Mittelwerte für Lp(a) (n = 67) betrugen 151,1 mg/dl, davon lagen bei 67 Personen die Werte über 75 mg/dl.
Alle 231 Personen wurden zu einer Besprechung ihrer Befunde eingeladen. Erschienen sind 71 Personen. Von diesen 71 Personen hatten 55 eindeutig pathologische Werte, die meisten mit einer hoch positiven Familienanamnese, z. B. Vater mit 55 Jahren an Herzinfarkt erkrankt oder verstorben. Die meisten Personen wussten nichts von pathologischen Werten ihrer Lipide.
Ein Beispiel: Eine Person hatte eine Cholesterinkonzentration von 423 mg/dl und ein LDL von 334 mg/dl, eine eindeutige Familienanamnese lag vor, es bestand keine Behandlung, und die Person wusste auch nichts über die Höhe ihrer Cholesterinkonzentration.
19 Personen von den 71 wussten über erhöhte Lipidwerte Bescheid, hatten auch einige Therapien, jedoch in allen Fällen absolut unzureichend. Die Mittelwerte unter Behandlung bei diesen Personen betrugen 191 mg/dl für LDL und 119 mg/dl für Lp(a).
Bei 13 Personen wurde ein erhöhtes HbA1c festgestellt.
Konklusion
Die Ergebnisse dieses Präventionsprogramms in einer großen Wiener Bank zeigen eindeutig, dass in der allgemeinen Bevölkerung das Bewusstsein für die Bedeutung von Cholesterin und LDL-Cholesterinkonzentration als gesundheitslimitierender Faktor außerordentlich gering ausgeprägt ist. Es ist auch erstaunlich, dass eine Reihe von Personen bereits Lipidbestimmungen hatte durchführen lassen, diese jedoch, selbst wenn sie pathologisch waren, keine Konsequenzen nach sich zogen. Auch die Tatsache, dass die ärztlichen Beratungen bei erhöhten Lipidwerten absolut unzureichend waren, sollte erwähnt werden und bedarf einer dringenden Verbesserung.
Eine ähnliche Vorsorgeuntersuchung in allen Betrieben, Institutionen etc. sollte Standard sein, um Personen, die ein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen aufweisen, frühzeitig erfassen und einer entsprechenden Therapie zuführen zu können (Infobox).
Infobox Kardiovaskuläres Präventionsprogramm – Wien Erste Bank, Mai–Juli 2023
Alle MitarbeiterInnen wurden im April 2023 mittels Infomail auf die Möglichkeit einer Blutuntersuchung auf Cholesterin, LDL‑C und Lp(a) aufmerksam gemacht.
307 Personen: Blutabnahme im Health-Center der Erste Bank.
Davon hatten 231 Personen pathologische Werte.
Anzeige
Notwendige Maßnahmen:
Awareness erhöhen – für fam. Hypercholesterinämie (wenn in der Familie Personen von CVD betroffen sind)
Gut behandelbare genetische Erkrankung – Vermeidung von Herzinfarkt, Schlaganfall
Untersuchung der Familien und Kinder auf erhöhtes LDL‑C u. Lp(a) eindeutig indiziert – selektives Screening
EU empfiehlt: generelles Screening aller Kinder
Erfassung von symptomlosen Typ-II-Diabetes-PatientInnen
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
K. Widhalm, E. Höltl und E. Pfisterer geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die nicht-kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die Lizenz gibt Ihnen nicht das Recht, bearbeitete oder sonst wie umgestaltete Fassungen dieses Werkes zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben.
Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/.
Hinweis des Verlags
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.