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13.10.2017 | original article | Ausgabe 3-4/2019

Wiener Medizinische Wochenschrift 3-4/2019

Parenterale Ernährung bei Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht <1500 g: eine systematische Zentrumsanalyse und Vergleich mit publizierten Leitlinien

Zeitschrift:
Wiener Medizinische Wochenschrift > Ausgabe 3-4/2019
Autoren:
Melanie Sirch, Martin Poryo, Mona Butte, Ulrike Lindner, Ludwig Gortner, Michael Zemlin, Holger Nunold, Prof. Dr. med. Sascha Meyer
Wichtige Hinweise
Authors’ contributions Melanie Sirch was responsible for data collection and analysis, and writing of the manuscript. Martin Poryo was responsible for data collection and revision of the manuscript. Mona Butte was responsible for data collection and analysis (enteral nutrition). Ulrike Lindner was responsible for data collection and analysis (Bayley II). Ludwig Gortner was responsible for data analysis, and revision of the manuscript. Michael Zemlin was involved in data analysis and critical revision of the manuscript. Holger Nunold was responsible for technical support and data collection. Sascha Meyer was the chief investigator responsible for study design, data analysis, and writing of the manuscript.
Melanie Sirch and Sascha Meyer contributed equally to this article.

Zusammenfassung

Grundlagen

Eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum sowie die körperliche Entwicklung von Frühgeborenen ist eine adäquate Nahrungszufuhr. Basierend auf den Ergebnissen zahlreicher Studien werden sowohl die Geschwindigkeit des Nahrungsaufbaus als auch die parenteral zugeführten Substratmengen z. T. kontrovers diskutiert.

Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit war es, das parenterale Ernährungsregime bei sehr und extrem unreifen Frühgeborenen („Very-low-birth-weight“(VLBW)-Neonaten: Geburtsgewicht <1500 g und „Extremely-low-birth-weight“ (ELBW)-Neonaten: Geburtsgewicht <1000 g) systematisch zu untersuchen, die parenteral zugeführten Substratmengen zu berechnen und mit publizierten Leitlinien zu vergleichen.

Methodik

Retrospektive Studie bei VLBW- und ELBW-Neonaten der neonatologischen Intensivstation (NICU) der Universitätskinderklinik des Saarlandes (Homburg, Deutschland) über einen Zeitraum von 2 Jahren (01.01.2009–31.12.2010).

Ergebnisse

In die Studie wurden insgesamt 100 Frühgeborene eingeschlossen. Das mittlere Gestationsalter lag bei 29,6 SSW (Spannweite: 24,4–34,1 SSW). Das Geburtsgewicht lag im Mittel bei 1119 g ± 260 g (570 g–1490 g). Bei der Analyse der zugeführten parenteralen und enteralen Nahrungsmengen für Flüssigkeit, Glucose, Aminosäuren, Fette und Kalorienzufuhr zeigte sich, dass bis auf die verabreichte Glucosemenge die in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) geforderten Substratmengen unterschritten wurden. Allerdings kam es auch zum gehäuften, gewichtsabhängigen (VLBW- vs. ELBW-Neonaten) Auftreten von Hyperglykämien in unserer Kohorte. Die Wachstumskurven bezüglich Körpergewicht, -länge und Kopfumfang waren in den ersten 3 Lebenswochen deutlich perzentilenflüchtig. Hingegen zeigte sich in der Nachuntersuchung im Alter von 2 Jahren (korrigiert) ein regelrechtes Wachstum, das sich dem eines reifen Neugeborenen annäherte. Bei der Nachuntersuchung mittels Bayley II im Alter von 2 Jahren (korrigiert) waren 33/42 (78,6 %) der untersuchten Kinder im Testnormbereich.

Schlussfolgerungen

Die von uns durchgeführte Analyse zeigte, dass die Verabreichung der parenteralen Ernährung auf unserer NICU mehrheitlich nicht leitlinienkonform durchgeführt wurde und in Ergänzung zur enteralen Ernährung mit inadäquaten Wachstumsparametern assoziiert war. Allerdings scheint eine Umsetzung der Leitlinien auch an metabolischen Insuffizienzen der Neonaten – insbesondere bei ELBW-Neonaten – zu scheitern. Inwiefern ein leitlinienkonformes Vorgehen neben einer veränderten Wachstumskinetik auch mit positiven Langzeitfolgen bezüglich der neurologischen Entwicklung einhergeht, bleibt ungeklärt.

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