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13.05.2020 | originalarbeit Open Access

„Pain is inevitable, suffering is optional“: Fallkonzeption in der Kognitiven Verhaltenstherapie

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum
Autoren:
Horst Mitmansgruber, Andrea Fahlböck, Alexander Fink, Liselotte Mäni Kogler, Ilse Müller, Annamaria Painold, Christa Streicher-Pehböck, Gerald Gatterer
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Anhand eines praktischen Beispiels werden der diagnostische Prozess und die Fallkonzeption in der Kognitiven Verhaltenstherapie präsentiert. Die Diagnose stellt einen wichtigen Ausgangspunkt für die theoretische Konzeptualisierung und praktische Behandlung mit evidenz-basierten therapeutischen Methoden dar. Die Unterschiede zwischen Patient*innen und ihre idiosynkratische Beziehungsgestaltung in der Therapie erfordern allerdings eine individuelle Fallkonzeption. In einem Diathese-Stress-Modell werden als „Arbeitshypothese“ (1) lebensgeschichtliche Ereignisse und Bedingungen (Stressoren, Traumata etc.) identifiziert und beschrieben, die (2) langjährige (auch interaktionelle) Denk- und Verhaltensmuster als Vulnerabilität nach sich gezogen haben. Zusammen mit (3) Auslösern (aktuellen schema-aktivierenden Situationen) bringen sie (4) die Symptomatik als Muster von Gedanken, Gefühlen und Verhalten hervor. Diese wird (5) durch dysfunktionale Bewältigungsversuche aufrechterhalten und in „Teufelskreisen“ stabilisiert. Kernstück der Diagnostik sind sog. horizontale und vertikale Verhaltensanalysen, die in ein „hypothetisches Bedingungsmodell“ münden. Dieses Modell stellt ein Gesamtbild der Problematik und der interaktionellen Muster auch unter Berücksichtigung der Stärken und Ressourcen einer Person dar. Klinisch nützlich ist ein Fallkonzept, wenn es kollaborativ (in aktiver Mitarbeit von Patient*innen) erstellt und diskutiert wurde und die unmittelbare Ableitung von gemeinsamen therapeutischen Ansatzpunkten und Zielen erlaubt. Gleichzeitig weist es auf mögliche Schwierigkeiten von Patient*innen im therapeutischen Prozess hin (d. h. eventuelle motivationale Barrieren und „Widerstände“). Zentrale Elemente unseres Vorgehens im Entwickeln einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Fallkonzeption illustrieren wir mit dem Fall einer 34-jährigen depressiven Patientin.
Literatur
Über diesen Artikel