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Oraler Lichen planus

  • 11.10.2022
  • Chronisch entzündliche Dermatosen
Erschienen in:

Zusammenfassung

Der orale Lichen planus (OLP), als mukosale Variante des Lichen ruber planus, ist mit einer weltweiten Prävalenz von 1 % eine häufige Erkrankung. Klinisch charakteristisch ist die farnkrautartige weißliche Wickham-Streifung. Es kommen jedoch auch erythematöse, hyperkeratotische, papulöse sowie erosive und ulzerierende Varianten vor. Die häufigsten Lokalisationen sind die Wangenschleimhaut, die Gingiva und die Zunge, in seltenen Fällen können der Oropharynx und der Ösophagus betroffen sein. Die Pathogenese ist unklar und umfasst eine durch aktivierte CD8+-T-Zellen verursachte Zerstörung der basalen Keratinozyten (lichenoide Interface-Dermatitis). Der konsekutive Kohärenzverlust zwischen Epithel und Bindegewebe führt in der maximalen Ausprägung zu klinischen Erosionen bzw. Ulzerationen. Die Diagnosestellung erfolgt in Zusammenschau von Klinik und Histologie und ggf. unter Einbeziehung der direkten Immunfluoreszenz. Insbesondere andere leukoplakische, dysplastische und autoimmunbullöse Erkrankungen müssen differenzialdiagnostisch abgegrenzt werden. Als fakultative Präkanzerose geht der OLP mit einem erhöhten Risiko von Dysplasien und Plattenepithelkarzinomen der Mundschleimhaut einher, weshalb regelmäßige klinische Kontrollen notwendig sind. Milde bis moderate Fälle, welche geringe Symptome verursachen, können mit topischen Steroiden und topischen Calcineurininhibitoren gut beherrscht werden. Erosive oder ulzeröse Krankheitsverläufe, welche mit chronischen Schmerzen und einer deutlich verminderten Lebensqualität einhergehen, benötigen oft eine systemische Therapie. Neben systemischen Glukokortikoiden und Immunsuppressiva wie Ciclosporin A bieten neue Therapieansätze wie JAK-Inhibitoren und Apremilast möglicherweise erfolgversprechende Perspektiven.
Titel
Oraler Lichen planus
Verfasst von
Dr. Christina Ellersdorfer
Michael Edelmayer
Klemens Rappersberger
Babak Itzlinger-Monshi
Publikationsdatum
11.10.2022
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
hautnah / Ausgabe 4/2022
Print ISSN: 1866-2250
Elektronische ISSN: 2192-6484
DOI
https://doi.org/10.1007/s12326-022-00537-y
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